"Blenderware" vertickt

43-Jähriger nach "Unfall" Opfer von Trickbetrügern

Langenhagen. Montagmittag gegen 13 Uhr ist ein 43-Jähriger
an der Bundesautobahn (BAB) 352 Opfer von Trickbetrügern geworden,
nachdem er bei einem vermeintlich liegengebliebenen BMW angehalten
und dem Fahrer seine Hilfe angeboten hat. Die Polizei sucht nun
Zeugen. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte der 43-Jährige mit seinem
Mercedes-Sprinter die BAB 352 aus Hamburg kommend in Richtung
Dortmund befahren. Zwischen dem Autobahndreieck Hannover-Nord und der
Anschlussstelle Langenhagen-Kaltenweide bemerkte er auf dem
Standstreifen ein Auto und einen Mann, der auffallend
winkte. In der Annahme, der Unbekannte benötige dringend Hilfe,
stoppte der 43-Jährige seinen Wagen. Der Mann erklärte ihm, wegen
von Spritmangels nicht weiterfahren zu können. Beide Männer gingen nun
zum angeblich liegengebliebenen BMW, in dessen Inneren der
Sprinter-Fahrer weitere vier Personen sitzen sah – zwei Erwachsene
und zwei Kinder. Aus Mitleid bot der 43-Jährige dem Unbekannten an,
mit ihm zur nächsten Tankstelle zu fahren und dort eine kleine Menge
Kraftstoff zu kaufen. Dort angekommen, erbat der Betrüger einen
größeren Geldbetrag und bot als Gegenleistung wertvollen Schmuck an.
Nach diesem "Tausch" trennten sich die Wege beider Männer. Das Opfer
bekam im Laufe der Weiterfahrt Zweifel, was die Echtheit des
Schmuckes und begab sich im Kreis Minden zu einem Goldschmied, der
ihm die Wertlosigkeit der Stücke erklärte. Daraufhin erstattete der
43-Jährige bei der Polizei Anzeige wegen Betruges. Der Unbekannte,
der den Schmuck angeboten hatte, ist etwa 45 bis 50 Jahre alt, etwa
1,80 Meter groß, von dicklicher Statur mit auffallenden X-Beinen und
hat kurze, schwarze Haare. Bekleidet war er mit einer schwarzen Hose
und einem rosafarbenen Hemd. Die Trickbetrüger benutzten einen
silberfarbenen 5er BMW (älteres Modell). Zeugen, die Hinweise zum
Geschehen oder den Unbekannten geben können, mögen sich bitte bei
der Autobahnpolizei Garbsen unter der Telefonnummer (0511) 109-8930
melden. Die Polizei rät in diesem Zusammenhang allen
Verkehrsteilnehmern zur Vorsicht: In den vergangenen Wochen kam es
bereits zu vier ähnlichen Fällen rund um die hannoverschen Autobahnen
und Bundesstraßen. Die Polizei bittet alle Autofahrer um
erhöhte Wachsamkeit gegenüber Personen mit vermeintlich
liegengebliebenen Wagen. Sollten bei vorgegebenen Notlagen
Schmucktauschgeschäfte angeboten werden, nicht aus
Gefälligkeit darauf eingehen. Es handelt sich hier um billige
Imitationen, sogenannte "Blenderware"!