Das Hannover-Modell

Video zur 50+1-Regel

Langenhagen/Wedemark. Was ist eigentlich das Hannover-Modell, das die Gemüter der Fans und Fußballinteressierten derzeit rund um Hannover 96 bewegt? Warum ist dieses spezielle Modell gut für Hannover 96? Und warum würden die Bundesligamannschaft und der Verein Hannover 96 davon profitieren, wenn aus 50+1 künftig 50-1 würde? 96 hat jetzt in einem Video auf seiner Homepage www.hannover96.de das Hannover Modell und die Themen 50+1/50-1-Regel ausführlich erklärt. Dem Verein geht es darum, allen Fußballfans im Vorfeld der DFL-Entscheidung dieses schwere Thema anschaulich und verständlich zu erklären.
Das Video ist unter https://www.hannover96.de/aktuelles/news/details/2... anzusehen.
Zum Hintergrund eine Erklärung aus Sicht des Bundesligisten: Die so genannte 50+1-Regel ist in der Satzung des DFB festgeschrieben. Sie soll den sportlichen Wettbewerb in den deutschen Profiligen schützen, indem verhindert wird, dass Investoren die Entscheidungsmacht über einen Fußballverein übernehmen. Auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat die 50+1 Regel übernommen. Fußballvereine gliedern im Regelfall ihre Spielerabteilung als Kapitalgesellschaft aus, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Diese Gesellschaft muss laut DFB durch den Verein kontrolliert werden. Als Investor ist es jedoch im allgemeinen Wirtschaftsbetrieb möglich, sich als Anteilseigner Mitbestimmungsrechte in einem Unternehmen zu erkaufen. Die 50 + 1 Regel verhindert jedoch, dass ein Investor die Gesellschaft mehrheitlich übernehmen kann.
Gibt es Ausnahmen? Ja, wenn sich ein Investor über 20 Jahre lang bei einem Verein engagiert hat, kann die 50+1-Regel aufgehoben werden. Bei 1899 Hoffenheim, Bayer 04 Leverkusen und dem VfL Wolfsburg wurde die Regelung beispielsweise gekippt. Vor über zehn Jahren wandelte sich in Deutschland der erste Fußballverein in ein Unternehmen. Am 1. April 1999 wurde die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH ins Handelsregister eingetragen. Selbst die Bundesliga ist inzwischen eine Firma: die Deutsche Fußball-Liga GmbH (DFL).
Die Vorteile einer Kapitalgesellschaft?
Das Vereinsrecht ist eher für Kreisligisten ausgelegt als für Bundesligavereine, die Millionen umsetzen. Nach einer Ausgliederung gelten für die Kapitalgesellschaft dieselben gesetzlichen Regelungen wie für GmbHs oder Aktiengesellschaften in allen anderen Wirtschaftszweigen. Vielen Fans sind diese Ausgliederungen aber ein Dorn im Auge. Im Mutterland des Fußballs England gibt es Kapitalgesellschaften im Fußball schon seit den 1920er Jahren. Eine Beschränkung für Investoren wie die 50+1-Regel gibt es auf der Insel nicht.
Worum dreht sich der Streit um die 50 + 1 Regel überhaupt?
Fans fürchten das nach dem Ende der 50 + 1 Regel sich kommerzielle Investoren über ihre Klubs herfallen und jeden Euro herausquetschen. Für Heuschrecken sind Fußballvereine aber gar nicht interessant sagen Fachleute. Investoren können nur dann Gewinne erwarten, wenn sie sich langfristig engagieren. Hannover 96 möchte gern regionale Investoren an den Verein im Rahmen des Hannover Modells binden.
Viele Vereine in der Bundesliga hoffen insgeheim darauf, dass durch den Vorstoß von Hannover 96 die 50+1-Regel aufgehoben oder verändert wird.