Die Besten des Jahrgangs trainieren jetzt beim SCL

Wollen die jungen Talente aus dem Jahrgang 2005 auf ihrem fußballerischen Weg nach oben ein Stück weiterbringen: die Trainer Per Michelssen (hinten links), Phillip Sievert (Zweiter von links) und Daniel Henke (rechts). Stützpunktkoordinator Kiriakos Aslanidis (Dritter von rechts) und SCL-Jugendleiter Sven Rode (Dritter von links) unterstützen die Entwicklung. (Foto: O. Krebs)

DFB verlegt seinen Stützpunkt aus Thönse an die Leibnizstraße

(ok). Es sind die Besten ihres Jahrgangs, die in einem der 366 DFB-Fußballstützpunkte kicken. Und die jungen Nachwuchstalente der Jahrgänge 2004 und 2005 aus dem Stützpunkt Hannover-Ost, zu dem auch die Vereine aus Langenhagen und der Wedemark gehören, trainieren jetzt jeden Montag auf der Anlage des SC Langenhagen an der Leibnizstraße. Nach fünf Jahren hat er der DFB seine Zelte in Thönse abgebrochen, ein neues Domizil in der Flughafenstadt gefunden. Eine Entscheidung, über die SCL-Jugendleiter Sven Rode sehr glücklich ist. „Das stärkt des Renommee des Vereins und ist eine Anerkennung seiner guten Nachwuchsarbeit“, so Rode. Auch für DFB-Stützpunktkoordinator Kiriakos Aslanidis war es der richtige Schritt; im Walter-Bettges-Stadion seien die Bedingungen mit den vielen Plätzen optimal, zudem könne das Trainerteam im Winter auf eine Halle in der Flughafenstadt zurückgreifen. Eine dritte Trainingsgruppe soll installiert werden, sodass in Zukunft mit zwei D-Jugendauswahlteams und eine C-Jugend-Auswahlmannschaft mit jeweils etwa 15 Spielern insgesamt drei Jahrgänge am DFB/NFV-Stützpunkt in Langenhagen trainieren werden. „Der Weg nach oben und unten ist aber durchlässig“, verdeutlicht Aslanidis den Leistungsgedanken der bei dieser Talentförderung der regionalen Elite auch dahintersteht. Die Spieler müssen sich zum Beispiel auch bei Sichtungsturnieren beweisen. „Aus den Stützpunktspielern und den Kickern in den Nachwuchsleistungszentren wie etwa bei Hannover 96, Eintracht Braunschweig und dem VfL Wolfsburg rekrutieren sich die Kandidaten für die Landesauswahl“, erläutert Kiriakos Aslanidis das Prinzip der Talentförderung des Deutschen Fußballbundes, das es in dieser Form seit 1999 gibt. Die Region Hannover war damals das Pilotprojekt und einer, der es auf diesem Weg in die zweite Bundesliga zur SpVgg Fürth geschafft hat, ist der Godshorner Niko Gießelmann.
Der DFB investiert viel in die Ausbildung der jungen Kicker, zwei bis drei Trainer sorgen am Stützpunkt dafür, dass die Nachwuchsfußballer gerade in Sachen Technik und Taktik den richtigen Schliff bekommen. Die Anforderungen an die Ausbilder, die auf und auch außerhalb des Platzes Persönlichkeiten formen sollen, sind relativ hoch: Sie müssen die so genannte Elite-Jugend-Lizenz des DFB in der Tasche haben. Diesen Schein kann aber auch nicht jeder in Angriff nehmen. Voraussetzung: Die so genannte B-Lizenz Leistungssport plus eine zehnwöchige Hospitation am Stützpunkt. „Mit Fabian Ernst und Steven Cherundolo hatten wir schon prominente Hospitanten bei uns am Stützpunkt“, erzählt Aslanidis. Was ein spezielles Torwarttraining angehe, gestalte sich das Ganze als etwas schwieriger – auch hier seien die Voraussetzungen in Sachen Lizenz recht hoch. Zudem seien Aufwand und Kosten natürlich relativ groß, schließlich gebe es lediglich zwei Torhüter in jeder Stützpunktmannschaft. In Deutschland gebe es dieses Modell zurzeit nur in Baden-Württemberg und Bayern. Die Keeper, die im modernen Fußball oft auch als so genannte Torspieler fungierten, profitierten aber ungemein vom Techniktraining am Stützpunkt. Kiriakos Aslanidis: „In dem Alter werden bei allen Spielern die Grundlagen für eine erfolgreiche Entwicklung gelegt.“ Ein erster Schritt auf dem Weg mit vielen Tausend Trainingsstunden, um vielleicht einmal mit dem Fußball zumindest einen Großteil seines Lebensunterhaltes bestreiten zu können.