„Ein gutes ökumenisches Klima“

Die Reisegruppe hat manche Extreme wahrgenommen.

Reisegruppe aus Langenhagen auf den Spuren Luthers in Rom

Langenhagen. Im Heiligen Jahr 2016 machten sie sich auf den Weg nach Rom, folgten dort aber weniger den Spuren des Katholizismus als denen des Reformators Martin Luther: Unter Leitung von Pastor Frank Foerster aus der Langenhagener St.-Paulus-Gemeinde erkundeten 28 Interessierte aus beinahe allen Langenhagener Kirchengemeinden jetzt die Orte religiösen Lebens in der ewigen Stadt. Ihre Pilgerstudienreise führte sie zu den Spuren der ersten Christen in Rom, in die antike und frühchristliche Stadt, in Pilger- und evangelische Kirchen, schließlich aber auch ins päpstliche Rom und in den Vatikan. Dort nahm die Gruppe auf dem Petersplatz an der Generalaudienz von Papst Franziskus teil – ein ganz besonderes Erlebnis, wie Frank Foerster berichtet: „Wir konnten auf dem bestuhlten Platz mit Tausenden von Gläubigen eine Katechese des Papstes, also eine Glaubensunterweisung, anhören.“
Im Jahr 1510/11 unternahm Martin Luther, damals 28-jährig und Augustinermönch in Erfurt, eine Bußwallfahrt nach Rom, während der er auch als Abgesandter seines Ordens tätig wurde. Wahrscheinlich wohnte er damals im Kloster Santa Maria del Popolo – natürlich besuchte die Gruppe aus Langenhagen die Anlage an der Piazza del Popolo. Auch die sieben Wallfahrtskirchen und die Heilige Treppe zum Lateran-Palast gehörten wie schon bei Martin Luther zum Reiseprogramm; noch heute ist das Erklimmen dieser Treppe auf den Knien eine Frömmigkeitsübung nach der die katholische Kirche allen Pilgern einen Teil- oder Generalablass gewährt. „Ein Höhepunkt unserer Reise war dann ein Besuch der Waldenser Kirche und ein Gespräch in der angeschlossenen Fakultät“, erzählt Frank Foerster. Etwa 47.500 Mitglieder der protestantischen Kirche der Waldenser leben in Italien; die Gemeinde in Rom ist ein wichtiges Zentrum der im zwölften Jahrhundert entstandenen und über Jahrhunderte verfolgten Bewegung.
Viele weitere Orte christlichen Lebens in Rom besuchte die Gruppe aus Langenhagen in den folgenden Tagen, geführt von einer sehr kenntnisreichen Reiseführerin aus einer deutsch-italienischen Familie. „Wir haben dabei manche Extreme wahrgenommen“, berichtet Frank Foerster. „Auf der einen Seite die Katakomben, die Begräbnisstätten der frühen Christen in der Stadt, und auf der anderen Seite die barocke Pracht des Petersdoms.“ Generell herrsche in Rom ein gutes ökumenisches Klima, stellte die Reisegruppe fest; bestätigt wurde dies auch im Gespräch mit den Vertretern der Waldensischen Fakultät.
„Die Eindrücke von der Vielfalt kirchlichen Lebens in Rom wirken in unserer Reisegruppe sicher noch lange nach“, sagt Reiseleiter Frank Foerster. Manche der Reisenden wollen sich mit diesen „Nachwirkungen“ allerdings nicht zufrieden geben: Sie planen bereits, in naher Zukunft noch einmal in Richtung Rom aufzubrechen.