Ein Tomograph, der am Haken hängt

Über den Dächern der Stadt: Bei der Aktion war Maß- und Millimeterarbeit angesagt.Foto: O. Krebs

Sechs Tonnen schwerer Apparat übers Dach in die Praxis

Langenhagen (ok). Staunende Blicke von Passanten am Montagmittag in der Ostpassage: Ein etwa sechs Tonnen schwerer so genannter MR-Tomograph für die Kernspintomographie schwebte über ihren Köpfen, nachdem er mit dem Kran ganz vorsichtig vom vorrollenden Laster gehievt wurde. Kein Wunder, dass alles mit viel Fingerspitzengefühl und Akribie über die Bühne gebracht werden musste, liegt der Wert eines solchen Gerätes doch bei mehr als einer Million Euro. Gehirn, Gefäße, Gelenke und Rücken – alles kann ohne Röntgenstrahlen unter die Lupe genommen werden. "Das Gerät arbeitet mit festen Magnetfeldern; die Funktionsfähigkeit wird mit Hilfe von Helium erreicht, das die Temperatur stark reduziert", erläutert Christiane Ehrenheim, Ärztin in der Gemeinschaftspraxis Calleja und Kollegen in der Ostpassage, die sich schon das dritte Gerät dieser Art für die Patientenversorgung gekauft hat. Eine Art Faradayscher Käfig, in den der Tomograph gestellt wird, sorgt dafür, dass von außen keine störenden Strahlen an die Apparatur kommen können, aber auch dafür, dass keine Strahlen in die anderen Räume der Praxis gelangen können. "Das ist besonders wichtig für Träger mit Herzschrittmachern", erläutert Christiane Ehrenheim. Step by Step ging die Aktion, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahm, vonstatten; der MR-Tomograph wurde durch eine geöffnete Lücke im Dach gleich an Ort und Stelle verfrachtet. "Das war beim vorigen vor sechs Jahren noch anders; da hatten wir unseren Besprechungsraum noch nicht umgebaut und mussten den Apparat auf speziellen Rollen durch die ganze Praxis schieben", erinnert sich Praxismitarbeiterin Monika Albrecht an den Aufwand. Und auch am Montag war das Ganze noch lange nicht abgeschlossen: Eine Woche dauert es etwa bis das Gerät ausgerichtet, eine weitere bis das Magnetfeld ausgemessen und das Gerät betriebsbereit ist. Dann kann die Einweisung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter endlich starten.