Fünf sind älter als 110 Jahre

Die Vertreter der Vereine feierten beim Festkommers.Foto: D. Lange

Kreisschützenverband Wedemark-Langenhagen feiert seinen 60. Geburtstag

Kaltenweide (dl). Mit einem „abendlichen Umtrunk in feierlichem Rahmen“ auch genannt „Festkommers“, so die Definition bei Wikipedia, feierte der Kreisschützenverband Wedemark-Langenhagen (KSV) ganz hochoffiziell seinen 60. Geburtstag. Vertreter aller 27 angeschlossenen Vereine, Ehrengäste aus der Politik und von übergeordneten Verbänden und Fachverbänden feierten gemeinsam im Kaltenweider Schützenhaus sich und den Verband, dessen Geschichte sehr viel weiter als die bekannten 60 Jahre in die Vergangenheit zurückreicht. Zwar wurde der KSV 1955 offiziell gegründet, aber der langjährige Vorsitzende des KSV, Joachim Brandt stellte in seiner Laudatio fest, dass es bereits ab 1922 einen „Schützenbund für das vormalige Amt Bissendorf“ gegeben hat. Wie lange dieser Schützenbund existierte, ist nicht bekannt, fest steht nur, dass im Dritten Reich alle Verbände verboten oder aufgelöst oder dem Deutschen Reichsbund für Leibesübungen einverleibt wurden. Die Geschichte der Schützen setzt sich erst somit nach dem Krieg ab 1949 fort und auch erst ab diesem Zeitraum wurden, wenn auch zögerlich und gegen viele Widerstände der Altvorderen, nach und nach auch Frauen in den Vereinen zugelassen. Bis dahin war das Schützenwesen eine Männerdomäne. Für Joachim Brandt unverständlich, denn mit den Frauen zog, wie er sagt, auch gleichzeitig einen angenehmere Atmosphäre in die oftmals recht rustikale und männerdominierte Vereinswelt ein. Das Frauen vom Schießsport so lange ausgeschlossen waren, mag daran liegen, dass insbesondere Schützenvereine traditionell stark verhaftet sind. Allein fünf der Vereine im KSV sind älter als 110 Jahre, drei sind unter 60 Jahre alt und 19 liegen dazwischen. So ist es nicht nur Brandt, der fordert, bei allen Bemühungen um die Pflege der Traditionen, den Schießsport wieder verstärkt in den Vordergrund zu stellen. „Schützen sind Sportler, die sich entsprechend stolz in der Öffentlichkeit und auch in den neuen Medien präsentieren sollen, vor allem deswegen, um den Mitgliederschwund aufzuhalten“. Dazu passt eine Anekdote aus seiner Amtszeit als Kreisoberschützenmeister. Ende der 90er Jahre hatte die Mitgliederzahl des KSV ihren historischen Höchststand von knapp 5000 Mitgliedern erreicht, was Brandt zum Anlass nahm, bei einem Überschreiten dieser Grenze den Vorsitzenden des Kreisverbands nicht mehr Kreisoberschützenmeister nennen zu wollen, sondern Präsident. Allerdings fand dieser Vorschlag keine Mehrheit im Verband und die Zahl der Mitglieder ging seitdem auch stetig zurück.