"Kleine gelbe Füße"

ADAC für noch mehr Sicherheit für unsere Kinder

Rund 73.000 ABC-Schützen werden nach den Sommerferien in Niedersachsen eingeschult. Dann sind die Erstklässler zu verkehrsreichsten Zeiten unterwegs und nehmen aktiv und regelmäßig am Straßenverkehr teil. Damit die ABC-Schützen sicher zur Schule kommen, empfiehlt der ADAC Niedersachen/Sachsen-Anhalt e. V. allen Eltern, rechtzeitig mit ihren Kindern den Schulweg zu üben.
"In diesem Alter sind Kinder im Straßenverkehr besonders gefährdet, da sie Gefahren oft nicht erkennen oder rechtzeitig wahrnehmen. Deshalb sollten Eltern mit ihren ABC-Schützen den Schulweg rechtzeitig üben", sagt Reinhard Manlik, Vorsitzender des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt.
Die meisten Unfälle geschehen laut ADAC beim Überqueren der Fahrbahn. Traurig, aber wahr: Im letzten Jahr starben in Niedersachsen elf Kinder bei Verkehrsunfällen, 328 wurden schwer verletzt, 2333 leicht.
Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt setzt deshalb gemeinsam mit der Landesregierung, der Gemeinde-Unfallversicherung und der Landesverkehrswacht die erfolgreiche Kampagne "Kleine gelbe Füße" auch 2012 fort. Besonders markante Punkte des Schulweges werden durch gelbe Fußabdrücke gekennzeichnet. Kinder werden dadurch auf besondere Gefahrenquellen hingewiesen. Gleichzeitig prägt sich der Schulweg durch das "Nachgehen" der Markierungen ein. Außerdem weisen Spannbänder Autofahrer auf Schulkinder hin und auch Eltern können ihre Sprösslinge durch Üben fit für den Schulweg machen.
Die folgenden Tipps der ADAC Verkehrsexperten helfen dabei:

- Eltern sollten frühzeitig und wiederholt mit ihren Kindern den Schulweg üben.
- Beim gemeinsamen Begehen des künftigen Schulweges dem Kind mögliche Gefahren zeigen und ausführlich besprechen.
- Nicht immer ist der kürzeste Weg der sicherste. Daher sollten auch kleine Umwege in Kauf genommen werden, wenn das der Sicherheit dient.
- Eltern sollten im Straßenverkehr ein Vorbild sein und sich daher immer an die Verkehrsregeln halten.
- Auch über den ersten Schultag hinaus sollten Eltern ihre Kinder begleiten und später gelegentlich aus dem Hintergrund heraus kontrollieren, ob die Kleinen das Gelernte umsetzen.
- Auf das Überqueren der Straße sollte besonders intensiv eingegangen werden, da Kinder Geschwindigkeiten nicht einschätzen können. Beide Straßenseiten müssen überschaubar und frei sein. Das Kind soll nie schräg über die Straße gehen, sondern immer den kurzen und geraden Weg wählen. Ampeln, Fußgängerüberwege, Markierungen kleine Füße, Lotsenübergänge nutzen.
- Besondere Vorsicht gilt an Bushaltestellen. Kindern sollte beigebracht werden, niemals vor oder hinter einem haltenden Bus über die Straße zu laufen!
- Hektik vermeiden. Impulsives Verhalten kann z.B. beim Überqueren von Straßen eine wesentliche Rolle spielen besonders, wenn das Kind unter Zeitdruck gerät. Oft ist das frühe Aufstehen schon eine große Umstellung. Deshalb sollte auch der neue Tagesrhythmus schrittweise trainiert werden. Genauso wichtig: Genügend Schlaf. Denn nur dann ist ein Kind fit für den Alltag im Verkehr.
- Der ADAC rät davon ab, Kinder regelmäßig mit dem Auto in die Schule zu bringen, damit die Kleinen durch eigene Erfahrungen sichere Verkehrsteilnehmer werden.
- Kinder sollten dem Wetter und der Jahreszeit angemessen gekleidet sein - Kapuzen behindern oft die freie Sicht, Jacken und Ranzen sollten reflektierende Stellen haben.
Vorankündigung - Sicherheitswesten Aktion:
Alle 27 Minuten wird auf Deutschlands Straßen ein Kind unter 15 Jahren von einem Auto erfasst - oft nur deshalb, weil es nicht oder zu spät gesehen wird. Das will der ADAC mit seiner bundesweiten Aktion zur Verteilung von Warnwesten an Schulanfänger ändern. Zusammen mit "Ein Herz für Kinder", der Deutschen Post und weiteren Partnern werden zu Beginn der dunklen Jahreszeit, also Ende September, alle Schulanfänger des Jahres 2012 mit einer Sicherheitsweste ausgestattet. Deutschlandweit werden 800.000 Warnwesten an mehr als 17.000 Schulen verteilt, darunter viele auch in Niedersachsen.