Love-Mobile müssen angemeldet werden

Für jedes Love-Mobil muss der Betreiber einen eigenen Antrag bei der Ordnungsbehörde einreichen. (Foto: O. Krebs)

Frist ist abgelaufen/Geldbuße bis zu 10.000 Euro droht

Langenhagen/Wedemark (ok). Die Frist ist abgelaufen, jetzt kann es im Einzelfall teuer werden. Bis spätestens Ende Dezember der abgelaufenen Jahres hätten alle Betreiber von Bordellen, Modell-Wohnungen sowie Vermieter von Love-Mobilen bei der Region Hannover eine Betriebserlaubnis beantragen müssen. Grundlage: Das Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes, das 2017 bundesweit in Kraft getreten ist. „Eine Übergangsfrist gibt es nicht. Es droht eine Geldbuße in Höhe bis zu 10.000 Euro“, macht Carmen Pförtner, Sprecherin der Region Hannover, auf Nachfrage des ECHO deutlich. Jetzt geht es ans Eingemachte, denn die Behörde steht in Kontakt mit der Polizei, um das Rotlicht-Milieu zu durchleuchten. Standorte von Bordellen, Love-Mobilen oder auch Wohnungsprostitution sollen ermittelt werden. Carmen Pförtner: „Ein Betrieb ohne Erlaubnis begeht eine Ordnungswidrigkeit.“ Insgesamt sind nach ihrer Auskunft bis Jahresende sechs Anträge bei der Region Hannover eingegangen. Das Verfahren ist relativ umfangreich: Auch wenn ein Antragsteller mehrere Fahrzeuge im Einsatz hat, muss er für jedes Auto einen eigenen Antrag einreichen. Für das Stadtgebiet Langenhagen sind nach Auskunft Pförtners bisher drei Anträge eingegangen, für die Wedemark bislang noch keiner. Carmen Pförtner räumt aber ein: „Gerade bei Prostitutionsfahrzeugen kann es aber sein, dass der Betriebssitz in einem anderen Stadt- oder Gemeindegebiet liegt, und der Antrag dort gestellt wurde.“ Ziel der neuen Gesetzgebung ist im Kern die Regulierung des ältesten Gewerbes der Welt sowie der Schutz der Prostituierten vor Krankheit, Ausbeutung und Zwangsprostitution. Die Region Hannover muss jetzt laut Carmen Pförtner eine doppelte gesetzliche Aufgabe erfüllen: Als Ordnungsamt die Anmeldepflicht der Prostituierten und die Erlaubnispflicht für die Betreiber von Prostitutionsstätten überwachen sowie als zuständiges Gesundheitsamt die gesundheitliche Beratung der Prostituierten übernehmen. Dabei geht es nicht nur um Standards bei Sanitäreinrichtungen, Aufenthalts- oder Pausenräumen sowie die Trennung von Wohnen und Gewerbe, sondern auch um Aufklärung über die Kondompflicht.