Martin Kind droht mit Klage

Ein wahres Schmuckstück: Das Stadion in der Akademie, das momentan 2.500 Zuschauern Platz bietet. (Foto: O. Krebs)

Klare Worte des Präsidenten beim 96-Neujahrsempfang in der Akademie

Langenhagen/Wedemark (ok). Wenn der Traum von der Profikarriere am Ende dann doch nicht in Erfüllung geht, hat es sicherlich nicht an den Rahmenbedingungen gelegen. Die sind einfach top in der neuen Akademie. 18 Millionen Euro netto hat der Verein für den Neu- und Umbau des Nachwuchsleistungszentrum in die Hand genommen. „Jetzt sind wir konkurrenzfähig“, freut sich Michael Tarnat über die neue sportliche Heimat des Nachwuchses der Roten. So sei es in diesem Jahr gelungen, fünf U-15-Spieler trotz anderer Angebote bei Hannover 96 zu halten. Hauptamtliche Trainer sollen es auf sechs Plätzen, davon zwei aus Kunstrasen, und im Stadion für 2.500 Zuschauer richten; Sozialpädagogen und Erzieher sorgen dafür, dass es im Internat mit den insgesamt 16 Jugendlichen rund läuft. Die Heranwachsenden, die den Sprung in den Profifußball schaffen wollen, bekommen ein komplettes Rundum-Wohlfühl-Paket präsentiert, an der KGS Hemmingen wird der Trainingsplan mit dem Stundenplan abgestimmt. Die Akademie besteht nicht nur aus dem Neubau, wo die Internatsspieler untergebracht, sondern auch aus dem historischen, denkmalgeschützten Gebäude mit der alten Tribüne. Im damaligen Eilenriedestadion hat Hannover 96 noch bis 1959 vor dem Umzug ins Niedersachsenstadion gekickt. Die Bedingungen sind jetzt nach Auffassung der sportlich Verantwortlichen ideal, sukzessive sollen etwa jedes Jahr ein bis zwei Spieler an die Ligamannschaft herangeführt werden. Dieses Konzept wurde beim schon bald traditionellen Neujahrsempfang der Roten deutlich. Klub-Präsident Martin Kind machte klar, dass nur die erste Liga das Überleben von Hannover 96 sichere. Trotz Rückkehr in die Bundesliga werde der Verein diese Saison mit einem Minus von etwa sieben Millionen Euro abschließen.
Einen richtigen Hals hatte Martin Kind, als es um sein „Lieblingsthema“ 50+1 ging. Der 96-Präsident hat einen Antrag auf Ausnahmeregelung gestellt, um die Mehrheit des Klubs übernehmen zu können. Sollte die nicht erteilt werden, droht Kind mit Klage und der daraus resultierenden Rechtsklärung. Grundlage sei ein Schiedsgerichtsverfahren aus dem Jahre 2011 mit dem Ergebnis eines gesichtswahrenden Kompromissurteiles für DFB, DFL und 96. Die Ausnahme-Regel sagt aus, dass ein Investor die Mehrheit an einem Verein übernehmen darf, wenn er diesen mehr als 20 Jahre „ununterbrochen“ und „erheblich“ gefördert hat. Kind ist überzeugt davon, dass sich Hannover 96 nur mit 50+1 weiterentwickeln werde. Denn nur dann bestehe die Bereitschaft, ein weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen. Kind genervt: „Wer nominell Geld hat, kann den Anteil gern kaufen. Er kann dann machen, was er will.“