Rettungskräfte „brennen“ für Standortübungsplatz

Ein simulierter Gasbrand auf dem Standortübungsplatz, der gelöscht werden musste. (Foto: Bundeswehr)
 
Legten auch selbst Hand an: enercity- Ausbilder Rene Burkhardt (links) und Stabsfeldwebel Frank Wenske. (Foto: Bundeswehr)

enercity nutzt optimale Bedingungen der Bundeswehr für Ausbildung und Training

Langenhagen. Von Golf-Fans über Schützenvereine zu Blaulichtvertretern – die Liste der Anfragen zur Nutzung des Standortübungsplatzes Hannover ist lang. Der Übungsplatz zwischen Isernhagen und Langenhagen ist 248 Hektar groß. Er wird von der Truppe aus Hannover ebenfalls für Übungsszenarien genutzt. Das Gelände ist in Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA). Die Wege des Übungsplatzes sind außerhalb des Übungsbetriebes temporär für die Bevölkerung zugänglich. Eine entsprechende Beflaggung an den Eingängen gibt Aufschluss darüber: Bei roter Beflaggung ist das Betreten unter Lebensgefahr verboten. Regelmäßig nutzt beispielsweise auch die Polizei das Gelände für Übungen mit Wasserwerfern, Motorrädern oder der Reiterstaffel.
An übungsfreien Tagen der Truppe kann der 248 Hektar große Platz zwar vermietet werden; dafür muss aber ein Kriterium erfüllt sein: „Die Nutzung muss dem Allgemeinwohl zu Gute kommen“, sagt Stabsfeldwebel Frank Wenske vom Landeskommando Niedersachsen. So trainieren hier regelmäßig Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen für künftige Einsätze. Aktuell bildet der Energiedienstleister enercity seine Mitarbeiter im Umgang mit Brandlöschern aus.
Eine rund zehn Meter hohe Flamme schlägt auf dem Standortübungsplatz Hannover in den Himmel. Eine Gruppe von Männern in Schutzanzügen rückt mit Feuerlöschern an und bekämpft den Brand binnen weniger Sekunden. Sind Menschenleben in Gefahr müssen die Mitarbeiter, die an Gasleitungen arbeiten, genau wissen, was bei einem Gasbrand zu tun ist. Alle drei Jahre wird die Ausbildung an Feuerlöschern daher aufgefrischt.
Seit 2006 nutzeenercity dafür das Bundeswehrgelände, sagt Ausbilder Rene Burkhardt. Dazu wird eine mobile Gasanlage installiert. Vom Silbersee führt unter der Bothfelder Straße hindurch eine entsprechende Gasleitung zum Übungsplatz. In einer etwa einen Meter tiefen Grube befinden sich Öffnungen, aus denen Gas reguliert abgelassen wird. Es wird entzündet, wobei je nach Druck eine ordentliche Stichflamme entsteht. „Außerhalb der Übungen ist die Leitung natürlich nicht am Netz“, sagt Burkhardt.
Noch bis zum 25. April lodern die Stichflammen auf dem Platz. Dienstags bis donnerstags üben Gruppen mit bis zu 15 Teilnehmern. Darunter auch 30 Mitarbeiter von Feuerwachen der Bundeswehr aus Bergen, Munster, Faßberg und Celle. „So profitieren wir auch von der enercity-Anlage“, freut sich Wenske. Im Auftrag des Kommandeurs des Landeskommandos, der auch der Standortälteste in Hannover und somit für den Betrieb des Platzes verantwortlich ist, kümmert sich Wenske um die Instandhaltung.
„Das Landeskommando hat unter anderem die Aufgabe, militärische Hilfseinsätze bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen mit der zivilen Verwaltung und Hilfsorganisationen zu koordinieren“, erklärt Wenske, „die Ausbildungsvorhaben unserer Partner im Netzwerk unterstützen wir sehr gerne – der Übungsplatz eignet sich dazu bestens.“ Ist die Rauchentwicklung aufgrund von Wind zu stark, wird unterbrochen. Wenske: „Das ist eine unserer Auflagen, damit zum Beispiel der angrenzende Straßenverkehr nicht beeinträchtigt wird.“