Würdevolles Erinnern

Gedachten gemeinsam der beiden Opfer: die beiden Bürgermeister Bernd Strauch (links) und Friedhelm Fischer.Foto: G. Gosewisch

Gedenkstunde am NS-Mahnmal in der Hackethalstraße

Langenhagen/Hannover (gg). Das Mahnmal gegen die NS-Verbrechen in der Hackthalstraße fügt sich fast unscheinbar in das Gesamtbild des Straßenzugs ein. Moderne Industriehallen prägen die Gegend, wertvoll ist ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Beklemmend daher die Vorstellung, dass vor rund 65 Jahren diese Gegend ein Ort des Verbrechens gegen die Menschlichkeit war. Im letzten Kriegsjahr des zweiten Weltkriegs mussten 500 polnische Zwangsarbeiterinnen, die während des Warschauer Aufstands interniert wurden, für die Brinker Eisenwerke in der Rüstungsproduktion arbeiten. In der Hackethalstraße produzierten sie Munition und wurden für die Reparatur von Flugzeugen eingesetzt. Das damals auf Langenhagener Stadtgebiet gelegene Konzentrationslager wurde am 6. Januar 1945 durch einen alliierten Bombenangriff zerstört und danach von den Nazis geräumt. In einer Gedenkstunde betont Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch bei einer Kranzniederlegung: „Das Erinnern an die Verbrechen muss authentisch bleiben.“ Langenhagens Bürgermeister Friedhelm Fischer appellierte an die Mitbürgerinnen und Mitbürger, aktiv zum Verhindern von Unrecht beizutragen. Zum Anlass der Feierstunde am Mahnmal passend trug der DGB-Chor Hannover eindrucksvoll Lieder vor, die in der NS-Zeit unter den Gefangenen entstanden sind wie etwa das Lied der Moorsoldaten. Die Gedenkstunde wurde organisiert vom Bündnis gegen rechte Gewalt in Langenhagen (www.langenhagengegenrechts.de), in dem sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Marco Brunotte engagiert. Zielsetzung des Bündnisses ist die Förderung der Zivilcourage gegen rechte Gewalt. Ein Teilnehmer der Gedenkstunde, der auf Spurensuche vermisster Angehöriger ist: „Nur die großen Gedenkstätten reichen nicht, gerade über die kleinen Stationen wie hier finde ich Hinweise.“