Globalisierung und Infektionsdruck

26. Oktober: Treffen zum Welt-Polio-Tag

Krähenwinkel. Die Regionalgruppe Hannover des Bundesverbandes Poliomyelitis (Kinderlähmung) besteht seit 20 Jahren und begeht dies mit einer kleinen Feier am Freitag, 26. Oktober, im Dorfgemeinschaftshaus, Auf dem Moorhofe, in Krähenwinkel.
Europa gilt als frei von Kinderlähmung – doch im Zeitalter zunehmender Globalisierung lauert die Gefahr eingeschleppter Viren sozusagen an jeder Ecke. Wer heute geschäftlich in Pakistan zu tun hat, kann morgen schon mit dem Virus „an Bord“ in Deutschland aus dem Flugzeug steigen – ebenso wie sein Sitznachbar, der von einem Urlaub in Afrika zurückkehrt. Treffen diese eingeschleppten Viren dann auf eine durch zunehmende Impfmüdigkeit nur noch lückenhaft geschützte Bevölkerung, kann Polio ganz schnell auch in Europa oder Deutschland wieder zur akuten Gefahr werden. Erlebt haben das zum Beispiel die Menschen in Tadschikistan, wo im Jahr 2010 eine neue Polio-Welle durchs Land ging.
In Deutschland leben heute noch rund 60.000 Menschen, die in jungen Jahren an Polio erkrankten. Sie leiden nicht „nur“ unter den von Anfang an vorhandenen Symptomen, sondern in zunehmendem Alter vermehrt an Post-Polio-Syndrom, zu dessen Beschwerden Muskelschwächen, Atemnot und Erschöpfung gehören. Dieses Krankheitsbild ist noch gar nicht richtig erforscht, und so kann mancher Betroffene von einer wahren Odyssee auf dem Weg von einem Arzt zum anderen berichten.
Als die WHO 1998 die Region Europa für Polio-frei erklärte, hoben UNICEF und WHO einen Gedenktag aus der Taufe: Der Welt-Polio-Tag wird seither alljährlich am Geburtstag des Impfstoff-Entdeckers Jonas Salk, dem 28. Oktober, begangen. Dieser Tag erinnert nicht nur an die Krankheit – er soll vielmehr die Bevölkerung zur Aufrechterhaltung des Impfschutzes motivieren. Polio-Betroffene, die in jungen Jahren an Polio erkrankten und bis heute unter den Spätfolgen zu leiden haben, treffen sich in einer Selbsthilfegruppe zum Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Unternehmungen. Interessierte Poliobetroffene und Angehörige sind willkommen. Auskünfte und Anmeldungen: Telefon (0511) 77 24 04.