Hinterhältig oder nur konsequent?

Langenhagen (ok). Stell dir vor, du fährst schwarz, und keiner sagt dir Bescheid. So oder ähnlich ist es Thomas Kelber, Schulleiter an der Robert-Koch-Realschule, ergangen. Als er am Langenforther Platz in die Bahn gestiegen war, hatte er noch kein Ticket dabei, fragte den ersten Fahrgast, wie er eins ziehen könne. Ahnte zu dem Zeitpunkt aber natürlich noch nicht, dass es sich um einen Kontrolleur handelt. Der Mann hat ihm nach Darstellung von Üstra-Sprecher Udo Iwannek ganz klar signalisiert, dass er in der Bahn keinen Fahrschein lösen könne, sondern an den Automaten gehen müsse. Kelber allerdings stieg nicht aus, ging zum Fahrer und frage den ebenfalls. Er bot ihn an, ihn mit zur Büttnerstraße zu nehmen, damit er sich da eins kaufen könne. Dazu kam es nicht mehr; der Kontrolleur verlangte einen gültigen Fahrschein. Da er den nicht vorzeigen und Kelber sich nicht ausweisen konnte, rief er sogar die Polizei. Für Kelber „böswillig und hinterhältig“. Es gehe ihm nicht um die 60 Euro, aber anstatt ihm zu helfen, habe der Kontrolleur ihn auflaufen lassen. Nach Darstellung der Üstra hat allerdings Kelber den Fehler begangen, weil die Antwort des Kontrolleurs ignoriert und sich noch an den Fahrer gewandt habe. Des Angebot des Fahrers, Kelber bis zur Büttnerstraße mitzunehmen, könne nur im Notfall greifen.