Lehrreiche Praxiserfahrung

Im "toten Winkel" können sogar mehrere Schüler für den LKW-Fahrer ungesehen bleiben. (Foto: C. Spohn)

Kinder erleben den Toten Winkel im Lastwagen

Langenhagen (cs). Der Tote Winkel: Eine extrem gefährliche Situation für Radfahrer und Fußgänger. Im April ist ein Grundschüler der Adolf-Reichwein-Schule bei einem Lkw-Unfall im Toten Winkel ums Leben gekommen. „Noch immer sind die Schüler davon betroffen“, sagt Lehrerin Sabina Meyer. Um das Thema nicht nur theoretisch im Unterricht zu behandeln, wurde den Schülern die Gefahr zum ersten Mal praktisch gezeigt: Ein Lkw des Technischen Hilfswerks (THW) stand auf den Schulhof, ein Fahrrad wurde im toten Winkel positioniert. Die Kinder durften sich nacheinander auf den Fahrersitz setzen, die anderen waren Statisten im toten Winkel. „So erfahren die Kinder selber, wie viel ein Lkw-Fahrer einsehen kann. Sie verstehen das Thema durch die Praxiserfahrung viel besser“, sagt Reinhard Mechler, vom THW. „Wir wollen vermitteln, dass man nicht direkt neben dem Lkw halten darf.“
Die meisten Schüler stellten mit erschrecken fest, dass man als Fahrer an der Seite und vor dem Lkw niemanden sehen kann. „Die Kinder vor dem Lkw, habe ich gar nicht gesehen“, sagt Meikel. Der Zehnjährige hat viel gelernt: „Ich darf nicht vorne oder neben dem Lkw stehen, sondern immer dahinter.“ Auch Eldar, acht Jahre alt, war die Gefahr nicht bewusst: „Ich habe die Leute direkt vor dem Lkw nicht gesehen. Ich weis jetzt, dass ich Blickkontakt zum Fahrer halten muss und nicht direkt vorne oder daneben stehen darf.“
Reinhard Melcher appelliert auch an die Eltern: „Immer wieder sehe ich Kinder mit einem nicht verkehrsfähigen Fahrrad oder ohne Helm. Die Eltern müssen darauf einwirken.“
Für die Zukunft wünscht sich die Schule eine Wiederholung der Aktion. Sabina Meyer sagt: „Ich möchte das jedes Jahr machen und gleich mit den neuen ersten Klassen beginnen.“