Luxuriös oder unzumutbar?

Kaltenweide (ok). Fünf Jahre wohnt Sven Wesner nun schon in den Weberkolkwiesen im Weiherfeld, auf den Ausbau seiner Straße wartet er bisher allerdings vergeblich. Jetzt will der Familienvater Nägel mit Köpfen machen, will auf die Stadtverwaltung Druck mit einer Unterschriftensammlung ausüben. "Rund 50 der 73 Anwohnerinnen und Anwohner haben unterschrieben", so Wesner in der jüngsten Ratssitzung. In einem Rundschreiben, dass er in der Nachbarschaft verteilt hatte, hatte Wesner auf die Situation aufmerksam gemacht und vor allen Dingen kritisiert, dass der Ausbau im benachbarten Bertha-von-Suttner-Ring – dort ist Anfang des Jahres ein Altenheim eröffnet worden – über die Bühne geht. In den Weberkolkwiesen dagegen werde so lange gewartet, bis das letzte Grundstück verkauft worden sei. Und laut Wesner ist seit einem Jahr nur noch ein Grundstück frei. Auf der anderen Seite höre er, dass die Stadt plane, mit dem Geld der Entwicklungsgesellschaft ein neues Bad zu bauen. Wesner: "Ich bin der Meinung, dass die Stadt Langenhagen lange genug Zinsen für unser Geld bekommen hat. Dieses soll kein Aufruf gegen das neue Bad sein. Ich bin für ein neues Bad, aber nicht von unserem Geld." Wesner wolle noch einmal mit dem Bürgermeister sprechen, ansonsten stehe für das kommende Jahr ein Bürgerbegehren im Raum. Verwaltungschef Fischer reagiert relativ gelassen auf die Vorwürfe, sieht die Stadt noch nicht in der Pflicht, in den Weberkolkwiesen in Aktion zu treten. So werde gewartet, bis das letzte Grundstück verkauft sei, damit die Baufahrzeuge die Straße nicht bechädigten. Im Übrigen sei die Baustraße mit ihrer Bitumenschicht "sehr luxuriös". Fischer. "Im Jahr 2011 nehmen wir rund drei Millionen Euro für den Ausbau unserer Straßen und Baustraßen in die Hand."