Rückwirkend zum 1. Juli

Änderung des Unterhaltsvorschussgesetzes

Langenhagen. Ab 1. Juli sollen Alleinerziehende mehr finanzielle Unterstützung bekommen, wenn der andere Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen dem Kind gegenüber nicht nachkommt. Das ist das Ergebnis einer Änderung des Unterhaltsvorschussgesetzes, die rückwirkend ab Verkündung des Gesetzes in Kraft treten wird. Damit der Unterhaltsvorschuss - nach in Kraft treten der Gesetzesänderung - ab 1. Juli gezahlt werden kann, ist es wichtig, dass Betroffene Ihren Antrag schriftlich bis zum 31. Juli stellen. Solange das Gesetz noch nicht unterschrieben, veröffentlicht und in Kraft getreten ist, können die Jugendämter die Anträge jedoch noch nicht bearbeiten und die Änderungen dürfen noch nicht bei Bescheiden und Zahlungen berücksichtigt werden.
Die wichtigsten Veränderungen: Die Begrenzung der Bezugsdauer von sechs Jahren wird aufgehoben. Zudem wird das Höchstalter von der Vollendung des zwölften Lebensjahres bis zum 18. Geburtstag heraufgesetzt. Anträge können und sollen bereits jetzt gestellt werden, auch wenn eine Bewilligung der Leistungen erst nach Verkündung des Gesetzes erfolgen wird.
Bisher wurde der Unterhaltsvorschuss Kindern bis einschließlich elf Jahren und maximal sechs Jahre lang gezahlt. Die monatliche Unterhaltsvorschussleistung beträgt derzeit für Kinder bis einschließlich fünf Jahren 150 Euro, bis einschließlich elf Jahren 201 Euro und in der Altersstufe zwölf bis 17 Jahre nun 268 Euro. Kinder im Alter ab zwölf Jahren haben einen Anspruch, wenn sie, neben anderen Voraussetzungen, nicht im Leistungsbezug des Jobcenters stehen oder die Hilfebedürftigkeit durch die Gewährung von Unterhaltsvorschussleistungen vermieden werden kann. Auch haben Kinder im Alter ab zwölf Jahren einen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn die Alleinerziehenden, die ihren Verdienst durch Jobcenterleistungen aufstocken, ein Mindesteinkommen von 600 Euro brutto beziehen.
Mit der Ausweitung des Unterhaltsvorschusses werden erheblich mehr Elternteile und ihre Kinder finanziell unterstützt. Die Stadt Langenhagen rechnet damit, dass sich die Fallzahlen der Unterhaltsvorschussleistung nach dem 1. Juli mindestens verdoppeln werden.
Anträge können auf der Internetseite www.langenhagen.de, Stichwort „Unterhaltsvorschuss" heruntergeladen werden. Termine für persönliche Fragen können über die Telefonnummern 7307-98 43 und 7307-98 17 vereinbart werden.