Siebenjähriger schwebt in Lebensgefahr

Schulenburg: Kinder brachen ins Eis ein

Schulenburg. Gegen 17.23 Uhr wurden am vergangenen Mittwoch die Ortsfeuerwehren Schulenburg, Kaltenweide, Krähenwinkel, Langenhagen, die Tauchergruppen aus den Ortsfeuerwehren Burgdorf, Lehrte, Lohnde und Sehnde, und die Taucher der DLRG Langenhagen/Krähenwinkel zu einem Teich an der Tannenstraße alarmiert.
Vier Kinder hielten sich im Bereich eines Teiches auf, direkt daran liegt ein Spielplatz. Der Teich war mit einer dünnen Eisschicht bedeckt. Ein Kind betrat vom nördlichen Ufer aus das Eis und brach mit den Füßen ein. Zwei weitere Kinder der Gruppe betraten ebenfalls die Eisfläche. In etwa zwei bis drei Meter Entfernung zum Ufer brachen beide im Eis ein. Einer der beiden erreichte aus eigener Kraft das Ufer, sucht Hilfe im nahe gelegenen Wohngebiet, sodass ein Anwohner die Rettungskräfte alarmierte. Der andere eingebrochene Junge, sieben Jahre alt, wurde erst später durch die Einsatzkräfte gerettet.
„Bei der Alarmierung wurde zunächst ein falscher Straßenname durchgegeben, was aber während der Fahrt korrigiert wurde. Die Zuwegung zum Teich ist nicht einfach einzusehen. Es war sehr dunkel und unübersichtlich“, erklärt Feuerwehrsprecher Stephan Bommert zum Waldstück zwischen Tannenstraße und A352 in Schulenburg-Süd. Mit den Einsatzfahrzeugen wurde der Bereich ausgeleuchtet, lokale Lichtkegel wurden hergestellt. „Nicht einfach, denn die Fahrzeuge drohten sich festzufahren auf dem nassen Untergrund“, berichtet Bommert.
Beim Eintreffen an dem Teich, etwa 200 bis 300 Quadratmeter groß und 1,60 Meter tief, konnten die Einsatzkräfte nicht wissen, wie viele Personen sich im Eis befinden. Durch Handlampen wurde der nördliche Uferbereich umgehend abgesucht. Nach wenigen Sekunden wurde der Junge an der Wasseroberfläche zwischen Eisplatten entdeckt. Nur eine schwarze Kapuze war zu sehen. Kai Jüttner, Ortsbrandmeister in Krähenwinkel, zog sofort Schuhe und Jacke aus, machte drei große Schritte in das vier Grad kalte Wasser, in dem er auf Brusthöhe stehen konnte. Er zog den Jungen zum Ufer, wo er unmittelbar dem bereitstehenden Rettungsdienst übergeben wurde. Sofort wurden Reanimationsmaßnahmen eingeleitet.
Wegen unklarer und zum Teil widersprüchlicher Angaben der umherstehenden Anlieger wurde durch drei Taucher der gesamte Teich nach weiteren Personen abgesucht. Die gesamte Eisfläche wurde dafür geöffnet. Zum Glück befanden sich keine weiteren Personen im Teich.
Ein Junge wurde mit einer Unterkühlung in das Krankenhaus transportiert. Der durch die Feuerwehr gerettete Junge schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Vor Ort waren von der Feuerwehr etwa 80 Einsatzkräfte mit 20 Einsatzfahrzeugen. Darüber hinaus waren drei Rettungswagen und zwei Notärzte vor Ort.
Die Feuerwehr rät eindringlich, keine Eisflächen zu betreten. Der Vorfall zeigt, dass beim Betreten von Eisflächen in jedem Fall akute Lebensgefahr besteht.