10.000 Menschen wollen A 380 sehen

Der A 380 machte mächtig Eindruck.Foto: D. Lange

Großer Bahnhof am Flughafen für das größte Verkehrsflugzeug der Welt

Langenhagen (dl). Das neue Flaggschiff der Lufthansa, der Airbus A 380 der den Namen „Frankfurt am Main“ trägt, landete heute Vormittag bei strahlendem Sonnenschein für eine kurze Stippvisite auf dem Langenhagener Airport und etwa 10.000 Zuschauer auf und rund um den Flughafen bereitetem dem Riesenvogel einen begeisterten Empfang. Überall auf den Dächern der Parkhäuser, auf der Aussichtsterrasse sowie auf dem eigens eingerichteten Aussichtsplatz vor dem Frachtzentrum standen die Menschen und auch viele Flughafenmitarbeiter verlängerten ihre Kaffeepause, um das Ereignis nicht zu verpassen.
„In der Verwaltung braucht man jetzt wohl nicht anzurufen.“ meinte einer von ihnen. Polizeiangaben zufolge waren alle Straßen in direkter Nähe des Airports mit Autos zugeparkt. Technische Superlative wie der Airbus A 380 oder auch große Schiffe wie die „Queen Mary 2“ sind faszinierend und mobilisieren die Menschen nach wie vor. Die Spannweite dieses Flugzeugs beträgt knapp 80 Meter, in der Länge sind es 70 Meter bei einer Höhe von 24 Metern. Soweit die nackten Zahlen. Allerdings ist der
A 380 damit allein verstandesmäßig nicht wirklich zu erfassen: Man muss ihn sehen, um es zu begreifen. Zum Vergleich: Würde man den Flieger in die AWD-Arena stellen, so passt er in der Länge gerade mal zwischen die 11-Meter- Punkte vor den Toren, die äußeren Triebwerke hängen über der Trainerbank, die Flügelspitzen enden auf dem Oberrang und die Anzeigetafel hat der Pilot auf Augenhöhe.
Zur Zeit absolvieren Lufthansa-Piloten auf dem neuen A 380, der am 19. Mai an die Lufthansa ausgeliefert wurde, eine ganze Reihe von Trainingseinheiten, die dem Erwerb der Lizenz für dieses neue Flugzeugmuster dienen und Teil der Pilotenausbildung sind. Das Flugtraining besteht aus Starts und Landungen sowie einem Linientraining zu den Airports, die für diesen Typ in Frage kommen und führte heute somit nach Hannover-Langenhagen. Am kommenden Sonntag, den 6. Juni wird die „Frankfurt am Main“ von Frankfurt aus zu ihrem ersten kommerziellen Flug starten und die deutsche Fußballnationalmannschaft zur WM nach Südafrika bringen.
Die Lufthansa ist sehr stolz auf ihr neues Flaggschiff und verspricht ihren Fluggästen die leiseste First Class der Welt und ein exklusives Ambiente mit hochwertigen Materialien. Auch die Business- und Economy-Class profitiert in Sachen Komfort von den großzügigen Platzverhältnissen im Innenraum in Form von mehr Beinfreiheit zwischen den Sitzreihen.
Der Pilot des Airbus, Flugkapitän Ingo Meyerdierks, der auch Ausbildungskapitän bei der Lufthansa ist und den Pressevertretern für Interviews zur Verfügung stand, , ist begeistert von seinem neuen Flugzeug und dessen Flugeigenschaften. „Trotz seiner Größe lässt es sich wie eine kleine Cessna fliegen“, schwärmt er, „wie ein Luxusauto mit den Fahreigenschaften eines GTI.“ Auch von dem großen Interesse der Menschen in Hannover an dem neuen Airbus ist Meyerdierks sichtlich beeindruckt. „ Die vielen Menschen überall, das ist schon ein toller Anblick aus der Luft “. Nach etwa einer Stunde drängte Meyerdierks dann aber zum Aufbruch, bekam von einer Kollegin noch ein belegtes Brötchen gegen den kleinen Hunger überreicht und sagte: "Wir müssen jetzt los. Hamburg wartet."
Nach einem vergleichsweise kurzen Anlauf hob der A 380 – man kann sagen: majestätisch- von der Startbahn ab und verschwand im azurblauen Himmel Richtung Norden. Zu diesem Eindruck passt auch das sehr leise und unaufdringliche Geräusch der Triebwerke. Viele kleinere Flugzeuge sind - gerade beim Start - deutlich lauter als dieser neue Airbus.
Die unmittelbaren Flughafen-Anrainer werden es daher sicher zu schätzen wissen.