20 Kandidaten stellten sich zur Wahl

Stimmabgabe bei der Wahl des Beirates für Menschen mit Behinderungen. (Foto: D. Lange)

Langenhagener Beirat für Menschen mit Behinderung gewählt

Langenhagen (dl). Dem niedersächsischen Landesamt für Statistik zufolge leben in Langenhagen 5316 Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis und einem Grad der Behinderung von mindestens 20 Prozent und mehr. Das entspricht einem Anteil von etwa zehnProzent der Bevölkerung Langenhagens und liegt damit im bundesweiten Durchschnitt der Kommunen in Deutschland. Zwar verfügen durchaus noch nicht alle von ihnen über einen kommunalen Behindertenbeirat, aber im Rahmen der Inklusion wird sich die Zahl der Selbstvertretungen behinderter Menschen in den Städten und Gemeinden sicher noch erhöhen. Diesen Menschen eine Interessenvertretung gegenüber Rat und Verwaltung an die Hand zu geben, war und ist das Ziel der Einsetzung und Wahl eines Beirats für Menschen mit Behinderung. Wahlberechtigt waren alle Langenhagener mit einem Grad der Behinderung von mindestens 30 Prozent. Am vergangenen Sonnabend schließlich ging im Rathaus die Gründungsversammlung mit anschließender Wahl der acht Mitglieder und zwölf Nachrücker eines solchen Beirats über die Bühne. Insgesamt zwanzig Kandidaten stellten sich dem Votum für eine Interessenvertretung aller behinderten und damit wahlberechtigten Menschen in Langenhagen. Künftig setzt sich der Beirat zusammen aus den acht gewählten ständigen Mitgliedern und dem Inklusionsbeauftragten der Stadt, dessen Stelle nach dem Wechsel des bisherigen Amtsinhabers Peter Kleinsorge in den Personalrat allerdings noch nicht wieder neu besetzt ist und nach wie vor von Bürgermeister Mirko Heuer kommissarisch wahrgenommen wird. Die Aufgabe des Beirats wird es sein, in beratender Funktion Rat, Verwaltung und Öffentlichkeit auf die besonderen Belange von behinderten Menschen aufmerksam zu machen, auf deren aktive Teilhabe am öffentlichen Leben hinzuwirken sowie Projekte und gemeinsame Lösungen in Kooperation mit den Fachausschüssen und dem Seniorenbeirat zu entwickeln, zum Beispiel in der barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Raumes. Vor dem Urnengang stellten sich die 20 Kandidaten den anwesenden Wählern mit ihren Erwartungen an den Beirat und ihren unterschiedlichen Erfahrungen als Behinderte Menschen im alltäglichen Leben vor. Nicht allen sehe man schließlich ihre Behinderung an. Daher solle der Beirat auch möglichst viele der unterschiedlichen Formen individueller Behinderungen abbilden. Albert Schneider, der sich auch bisher schon für die Belange behinderter Menschen in Langenhagen eingesetzt hat und Mitbegründer des Arbeitskreis Barrierefreies Langenhagen ist, erhielt bei der Wahl mit 31 Stimmen die Mehrheit, vor Astrid Schubarth mit 29 Stimmen und Michael Horn mit 24. Astrid Schubarth ist Mutter eines behinderten Kindes und Michael Horn offizieller Betreuer eines behinderten Erwachsenen. Dahinter folgen Hans-Gerhard Nest, Sebastian Poerschke, Christoph Bärwinkel, Wolfgang Holz und Martin Beck, Vorsitzender der Behindertensportgemeinschaft in Langenhagen.