33 Variationen

Cordula Trantow als Dr. Katharine Brandt und Peter Schmidt-Pavloff in der Rolle des Ludwig van Beethoven.

Musikalische Geheimnisse am 23. Januar im Theatersaal

Langenhagen (haps). Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Theater Boulevard“ – veranstaltet von der Konzertdirektion Landgraf in Zusammenarbeit mit der Stadt Langenhagen und dem Langenhagener ECHO – zeigt das Euro-Studio Landgraf am Sonntag, 23. Januar, ab 20 Uhr im Theatersaal Langenhagen das Schauspiel „33 Variationen“ des US-amerikanischen Autors Moisés Kaufman. Es wurde von der Amerikanischen Theaterkritiker-Vereinigung mit dem Steinberg/ATCA Award für das „Beste Neue Stück“ ausgezeichnet.
Man wünscht sich, dass es nie zu Ende geht, dieses Schauspiel um eines der faszinierendsten Geheimnisse der Musikgeschichte. Warum hat Ludwig van Beethoven trotz gesundheitlicher und finanzieller Nöte vier Jahre seines Lebens damit verbracht, für einen Hungerlohn 33 Variationen über einen einfachen Walzer des Wiener Komponisten und Musikverlegers Anton Diabelli zu komponieren? Um lediglich eine Variation hatte Diabelli 1819 die 50 ‚vorzüglichsten’ Komponisten seiner Zeit für einen Sammelband gebeten. Alle beteiligten sich außer einem: Beethoven. Doch dann geschieht etwas Unerwartetes! Geradezu besessen von dem Walzer, den er vorher abfällig als „Schusterflicken“ bezeichnet hatte, komponiert Beethoven nicht nur die eine erbetene, sondern am Ende 33 grandiose Variationen. Was brachte ihn zu diesem Gesinnungswandel? (Genau das ist die Frage, über die sich im Stück Dr. Katharine Brandt den Kopf zerbricht. Obgleich schwerkrank, fliegt sie von New York nach Bonn und hofft, im Beethoven-Archiv beim Analysieren der Skizzenbücher Beethovens dem Rätsel, das die Musikwissenschaftler seit 185 Jahren beschäftigt, auf die Spur zu kommen. Unterstützt wird sie dabei von der Bibliothekarin Gertrude Ladenburger.
Zusätzliche Bewegung und Charme erhält das Schauspiel nicht nur durch die Liebesgeschichte zwischen Katherines Krankenpfleger Mike und ihrer Tochter Clara, sondern auch durch die wunderbaren Szenen zwischen Beethoven, seinem Sekretär Schindler und Diabelli im Wien des Biedermeier.
Ebenso überzeugend und ungewöhnlich wie die raffinierten Szenenwechsel ist die Form, mit der Autor Kaufman den 33 Variationen Bühnenleben einhaucht, denn dabei geschieht eines der seltenen Theaterwunder: Wie in „Amadeus“ von Peter Shaffer die Musik Mozarts zutiefst berührt und in andere Sphären entführt, wird hier die immer wieder vom Klavier live eingespielte Musik Beethovens zum überwältigenden Erlebnis. Autor Kaufman zeigt nicht zuletzt im unvergesslichen Finale, dass seine vielen Preise und der beeindruckende Ruf, den er in der Theaterszene hat, kein Zufall sind, sondern Resultat seines geradezu magischen Geschicks, unvergessliche Charaktere und Situationen zu entwickeln.
Karten für dieses sehenswerte Gastspiel können erworben werden beim ECHO, Walsroder Straße 25 sowie an allen anderen Vorverkaufsstellen und ab 19 Uhr an der Abendkasse.