"365 Tage Ihre Feuerwehr!"

Bürgermeister Mirko Heuer schloss sich bei der Gratulation der Geehrten an. (Foto: D. Lange)
 
Die ausgezeichneten Feuerwehrleute, Orts- und Stadtbrandmeister mit Stellvertretern und Ehrenmitgliedern stellten sich nach der Sitzung vor der Drehleiter auf. (Foto: D. Lange)

Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr Langenhagen

Langenhagen (dl). Einhundert Brandeinsätze, 128 technische und sonstige Hilfeleistungen, 77 Fehlalarme, teilweise verursacht durch defekte Rauchmelder und drei böswillige Alarme, so lautet die Bilanz eines durchschnittlichen Jahres 2015 für die 88 Aktiven der Ortsfeuerwehr Langenhagen. Nicht mitgerechnet die zahlreichen Ausbildungsstunden. Das erste Mal wurde die Feuerwehr nachts um halb zwei am Neujahrstag 2015 alarmiert und das letzte Mal am 29. Dezember 2015. Silvester 2015 mag also aus Sicht der Feuerwehr ein ereignisloser Tag gewesen sein, aber schon am 1. Januar 2016 um 0.07 Uhr kam der erste Alarm im neuen Jahr. So stellt die Zahl der Brandeinsätze weniger als ein Drittel aller 327 Einsätze des vergangenen Jahres dar. Zum überwiegenden Teil waren es Hilfeleistungen der verschiedensten Art, zu denen die Feuerwehr ausrücken musste. In erster Linie handelte es sich dabei um Verkehrsunfälle, von denen insbesondere der folgenschwere Auffahrunfall auf der A352 im April mit zwei toten Touristen aus Finnland für die Einsatzkräfte sehr belastend war. Darüber hinaus beschäftigte sich die Feuerwehr mit so unterschiedlichen Aufgaben wie Einsätzen bei Wasserschäden, Hilfeleistungen bei Bombenräumungen und bei Tierrettung bis hin zum Öffnen von Türen. Über das Jahr gesehen waren die Monate März und Juli die Zeit mit den meisten Einsätzen, auch bedingt durch zwei schwere Unwetter. Immer dienstags war offenbar besonders viel zu tun und die Drehleiter, das meist geforderte Fahrzeug der Langenhagener Wehr, das insgesamt 154 mal eingesetzt wurde. In Sachen Ausstattung steht für die aktiven Mitglieder ab 2016 eine für alle sichtbare Veränderung in das Haus, denn sie bekommen eine neue Einsatzkleidung, die künftig nicht mehr blau, sondern sandfarben sein wird und dem aktuellen technischen Standard im Feuerwehrdienst entspricht. Im Zusammenhang mit der immer dringender werdenden Gerätehaus-Problematik, insbesondere in Engelbostel/Schulenburg und in Godshorn, haben die Stadt- und Ortsbrandmeister ein zukünftiges Standortkonzept ausgearbeitet, das sie den Fraktionen im Rat und der Verwaltung zur Beratung bereits vorgelegt haben. Wie andere Wehren auch, war die Ortsfeuerwehr im Rahmen der Flüchtlingshilfe aktiv. Im September half sie bei Aufbau und Erstbelegung der vom Land betriebenen Flüchtlingsunterkunft in der Hans-Böckler-Straße. Für sehr viel Unmut sorgte da, die aus Sicht der Feuerwehr unsinnige und wenig vertrauensbildende Entscheidung des niedersächsischen Innenministeriums, die beiden Feuerwehrakademien in Celle und Loy zu schließen, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Es sei ohnehin schon schwer genug, Lehrgangstermine zu bekommen, so die einhellige Meinung der Feuerwehrleute. Erst nach einem geharnischten Protest der niedersächsischen Wehren nahm Innenminister Pistorius seine umstrittene Entscheidung zurück. Dessen ungeachtet konnten dennoch eine ganze Reihe von Feuerwehrleuten im Rahmen der Hauptversammlung befördert werden, und darüber hinaus freuten sich
Rainer Betke, Andreas Gräfer, Wilhelm Küper und Jörg Seegers über eine Auszeichnung für ihren 40-jährigen Dienst in der Feuerwehr. Alfred Bock, Heinz Vogel und Ehrenfried Wehrmann sind künftig Ehrenmitglieder der Langenhagener Wehr.