500 Jungfische ausgesetzt

Die Karauschen sollen sich im Schulenburger Angelsee entwickeln. (Foto: M. Karl)

Angelsportverein investiert in Naturschutz

ASV Schulenburg. Im Rahmen des Artenschutzprojekts „Karausche“ vom Anglerverband Niedersachsen hat der Angelsportverein (ASV) nun an seinem Pachtgewässer „Roter Weg“ 500 Jungfische ausgesetzt. Karauschen gehören zu den robustesten Fischarten in Deutschland: sie überleben im Schlamm eingegraben selbst das kurzfristige Trockenfallen oder gar das Durchfrieren von Gewässern durch eingelagerte Zucker (Glykogen-Reserven). Niedrigste Sauerstoffwerte machen ihnen kaum etwas aus, sogar im Brackwasser fühlen sie sich noch wohl. Kein Wunder, dass sie bis vor wenigen Jahrzehnten in ganz Niedersachsen verbreitet und häufig waren.
Ihren Platz auf der Roten Liste verdanken sie der anhaltenden Zerstörung oder nachhaltigen Veränderung ihrer ebenfalls bedrohten Lebensräume: kleine Tümpel und Standgewässer, Altarme und Auen. Gewässertypen, die von Angelvereinen in Niedersachsen in den letzten Jahren vermehrt neu geschaffen oder renaturiert wurden. In solchen Kleingewässern können die ausgesetzten Fische jetzt wieder selbstständig laichen und sich vermehren.
Am 11. November übernahm ASV-Gewässerwart Michael Karl die vom Fischzüchter Hartmut Böse angelieferten 500 Jungfische, um sie im Anschluss in der großen Flachwasserzone des „Angelsees am roten Weg“ auszusetzen.
Mit dieser Besatzaktion möchte der ASV Schulenburg zur Wiederansiedelung der Karausche (als gefährdete einheimische Kleinfischarbeit) in heimischen Gewässern beitragen. Michael Karl sagt: „Durch den Besatz dieser aus anglerischer Sicht nicht interessanten Art, zeigen wir Angler, dass Naturschutz bei uns nicht an der Wasseroberfläche aufhört. Aufgrund der hohen Anzahl an Teichmuscheln im Gewässer, planen wir weiterhin einen Besatz mit dem in Niedersachsen ebenfalls bedrohtem Bitterling für das kommende Jahr." Der Bitterling gehört zu den Karpfenfischen und ist sechs bis neun Zentimeter groß. Bei der Fortpflanzung sind sie auf Muscheln angewiesen. Die Weltnaturschutzorganisation führt sie auf der Roten Liste gefährdeter Arten.