80 Ferienkinder aus West-Berlin

Langenhagen (ne). Vor 50 Jahren nahmen die Spannungen im Kalten Krieg stetig zu. West-Berlin war nach der überstandenen Blockade durch die Sowjet-Union zum „Schaufenster des Westens“ geworden, aber real eine schwer zu erreichende Insel im politischen Roten Meer. Die Westberliner durften zwar den sowjetischen Sektor „noch“ betreten, aber nicht die angrenzenden Bezirke der DDR, die man im Westen nach wie vor amtlich als SBZ – sowjetisch besetzte Zone – bezeichnete. Das Leben in West- Berlin war folglich eingeschränkt, das grüne Umland verschlossen. Urlaubsreisen in den Westen waren für viele unerschwinglich. Deshalb hatten Wohlfahrtsverbände im Westen das Hilfswerk Berlin gegründet, um Berliner Kindern über Spenden erholsame Ferien zu ermöglichen. Als das Hilfswerk diesbezüglich die Stadt Langenhagen bat, im Schullandheim Wennigser Mark Ferienplätze zur Verfügung zu stellen, gab es im Rathaus spontane Zustimmung. 80 Kinder aus Westberlin waren ab dem 17. Juli 1960 Feriengäste der jungen Stadt. Das ECHO berichtete ausführlich darüber.