80 Interessenten kommen auf eine Wohnung

Zeigten sich beeindruckt von der Nachfrage (von links): Professor Herbert Hotje, die Landtagsabgeordnete Sylvia Bruns, Bürgermeisterkandidat Stefan Dammann, Lorenz Hansen, Dieter Palm und Monika Gotzes-Karrasch.Foto: O. Krebs

FDP-Stadtverband nimmt Europahaus-Siedlung unter die Lupe

Langenhagen (ok). Die Europahaus-Siedlung „In den Kolkwiesen“ in Langenhagen, die es seit etwa 20 Jahren gibt, ist ein wahres Vorzeigeprojekt mit innovativem sozial-ökologischen Hintergrund. Es wurde mit dem „World Habitat Award“ durech die UNO sowie mit dem niedersächsischen Staatspreis „kosten- und flächensparender Wohnungsbau“ ausgezeichnet. Das Konzept der Wohnanlage ist auf einen europaweiten Architektenwettbewerb zurückzuführen. Die 16 zweigeschossigen Doppelhäuser mit insgesamt 64 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen haben Größen zwischen 58 und 94 Quadratmetern. Sie orientieren sich quasi „wagenburgartig“ um zwei zentrale Spiel-Anger für Jung und Alt. Die Innenbereiche sind autofrei. Das Vorbild ist schwedisch, mit Dreifachverglasung, aus Holz und Klinkern und mit kleinen Vorgärten für die Erdgeschosswohnungen. Die Nachfrage ist auch nach zwei Jahrzehnten groß; die Fluktuation gering. Auf eine Wohnung kommen 80 Interessenten. Das Projekt ist überwiegend für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen; die Mieten liegen zwischen 5,32 und 5,47 Euro pro Quadratmeter. Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch kann sich erinnern: „Wir hatten schon einmal eine Großfamilie in zwei nebeneinander liegenden Wohnungen untergebracht.“ Bei den heutigen Anforderungen sähe die Bauweise sicherlich etwas anders aus; energetisch müsste sicherlich nachgebessert werden. So jedenfalls die Auffassung Lorenz Hansens, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Gundlach, die das Projekt „Europahaus-Siedlung“ im Jahre 1995 umgesetzt hat. Aktuell hat das Wohnungsbauunternehmen ein Vorhaben an der Schönefelder Straße mit 50 Wohnungen in vier und fünf Geschossen in der Pipeline. Der demographische Wandel steht natürlich auch in der Europahaus-Siedlung vor der Tür; das Alter der Bewohnerinnen und Bewohner liegt zwischen 20 und 70 Jahren. Umbauten der Wohnungen ohne Fahrstuhl und mit Treppen an der Außenseite sind allerdings noch nicht geplant. Viele Wohnungen haben einen ebenerdigen Eingang; die Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren sich damit nach dem Motto „Mein Haus, meine Wohnung, mein Eingang“. Die Verbundenheit wird durch einen Gemeinschaftsraum noch manifestiert. Vertreter der FDP, die das Projekt unter die Lupe genommen hatten, waren jedenfalls beeindruckt vom „kompakten und prägenden Charakter“ der Siedlung, eher versteckt liegt und vor allen Dingen an der Europafahne zu erkennen ist. Nicht zuletzt, weil der Stadtverband zum Europatag am 3. Mai durchaus Größeres plant. Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Dieter Palm kennt solch eine Bauweise übrigens aus seiner Heimatstadt Aachen. Durch die Nähe zu Belgien und Niederlande, wo das platzsparende Bauen ohne Flur angesagt ist, gibt es auch in der Großstadt in Grenznähe Ideen, die rübergeschwappt sind.