80 Prozent weniger Emissionen

Klimaschutzagentur stellt UmweltausschussPlan zur CO2- Reduzierung vor

Langenhagen (bo). Vor genau eineinhalb Jahren begann es, jetzt soll angepackt werden. Die Rede ist vom Klimaschutzprogramm der Stadt Langenhagen. Gemeinsam mit der Klimaschutzagentur und unterstützt durch unter anderem ‚enercity‘ und dem Fonds ‚proKlima‘ hat die Stadt in den vergangenen 18 Monaten geprüft und geguckt, wo und wie Energie eingespart werden und das Klima geschützt werden kann. Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur, erklärt: „Wir mussten uns zukunftsorientierte und offensive Ziele setzen.“ Konkret bedeutet das: Bis 2020 will die Stadt 25 Prozent der energiebedingten CO2- Bilanz reduzieren, das sind rund 19 Prozent der gesamten Emissionen. Langfristig soll die Bilanz bis 2050 auf ein Minus von rund 80 Prozent gesenkt werden- das sind 62 Prozent der gesamten Emissionen. Dies entspräche dann einem Ausstoß von 5,4 Tonnen pro Einwohner. Derzeit liegt die Stadt mit etwa 14 Tonnen je Einwohner pro Jahr über dem bundesdeutschen Schnitt von rund elf Tonnen.
Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, soll auf eine so genannte Effizienzstrategie gesetzt werden, was schlichtweg eine Reduzierung der Energieverluste bedeutet. Udo Scherer, Projektleiter für Langenhagen, erklärt: „Die gewünschte Umsetzung an Energie soll weiterhin erbracht werden, allerdings mit deutlich weniger Aufwand.“
Mit Blockheizkraftwerken soll ebenfalls Strom und Wärme eingespart werden. „Solarenergie hat ebenfalls ein großes Potential. Die Frage die sich stellt, ist, wie wir möglichst schnell die vorhandenden Flächen erschließen, denn diese sind genug vorhanden“, so Scherer.
Mit Erdgas- oder Holzheizungen könnte man ebenfalls rund drei Prozent Emissionen einsparen. Das Potenzial von Biogasanlagen ist in Langenhagen bereits weitgehend erschlossen. „Die Anlage im Weiherfeld tut bereits alles, was rechnerisch möglich ist“, erklärt Scherer.
Die Gewinnung von Windenergie werde in Langenhagen hingegen nicht umsetzbar sein. „Dafür sind keine Kapazitäten in der Region vorhanden“, sagt Scherer. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die angestrebte Klimaneutralität von realen 2,5 Tonnen Emission je Einwohner pro Jahr in Langenhagen nicht erreicht werden kann. „Das ginge nur mit nahezu vollständiger Emissionsvermeidung von den Bereichen Verkehr, Abfall und Landwirtschaft."
Damit die Stadt trotzdem eine deutliche Reduzierung von CO2- Emissionen erreichen kann, hat die Klimaschutzagentur der Stadt mehrere Empfehlungen auf den Weg gegeben. „Besonders wichtig wäre ein Klimaschutzmanager, der die Thematik koordiniert und vorantreibt“, so Sahling. Des Weiteren sieht der Plan unter anderem vor, weitere Blockheizkraftwerk-Potenziale zu erschließen und in Kraft-Wärme-Kopplung bei Neubauten zu investieren.
„Außerdem sollte man einen jährlichen Energiebericht veröffentlichen, um den Einwohnern zu zeigen, was man erreicht hat“, empfiehlt Sahling.
Parteiübergreifend fand das Konzept der Klimaschutzagentur großen Anklang.
Die Stadt hat bereits ein Prioritätenprogramm mit Maßnahmen aufgestellt, die mit höchster Priorität durchgeführt werden sollen. Dem Antrag der Grünen, die Drucksache noch einmal zur genauen Einsicht und Besprechung in die Fraktionen zu geben, stimmten alle Parteien zu. Neuer Abstimmungstermin ist nun der der 30. September.