800 Arbeitsplätze bedroht?

Michaela Reimann erläutert Stephan Weil und dem Reemtsma-Betriebsratsvorsitzenden Lutz Genzky (links) ihre Tätigkeit bei der Zigarettenproduktion.

Stephan Weil informierte sich bei Reemtsma

Langenhagen. Die Bedeutung des Nichtraucher-Schutzes ist das Eine, der Erhalt von Arbeitsplätzen das Andere. Für die Mitarbeiter des Tabak-Verarbeiters Reemtsma steht der Joberhalt ganz klar an oberster Stelle. Eine neue EU-Tabakprodukt-Richtlinie sorgt derzeit für Veränderungen, wird auf Bundesebene in nationales Recht umgewandelt und kann, so die Befürchtung der Reemtsma-Belegschaft den Standort Langenhagen gefährden, weil durch Reglementierungen mit einer Produktmengen-Reduzierung zu rechnen ist. Bei einer Stippvisite informierte sich Ministerpräsident Stephan Weil über die Mitarbeiter-Sorgen. Er betonte die hohe Bedeutung des Nichtraucher-Schutzes, sagte aber sowohl der Belegschaft als auch der Konzernspitze seine Unterstützung zu. Der vorliegende Berliner Gesetzesentwurf geht in mehreren Details über die EU-Richtlinie hinaus. Damit werde gegen das Prinzip der strikten Eins-zu-eins-Umsetzung von EU-Richtlinien zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verletzt, beklagen Betriebsrat und Unternehmensleitung unisono. Im Langenhagener Werk sind gut 800 Arbeitsplätze in Gefahr. Auch die Stadtverwaltung hatte mit Blick auf den Top-Gewerbesteuerzahler Reemtsma bereits ihre Sorge geäußert.