Abriss der Gutzmannschule geplant

Bernward Schlossarek (von links), Claudia Hopfe, Rainer Fredermann und Andrea Engelhardt beim Gespräch in der Gutzmannschule. (Foto: G. Gosewisch)

CDU-Politiker notieren Klagen aus dem Alltag

Langenhagen (gg). „Na, da hat sich unser Besuch ja gelohnt. Mir wird jetzt einiges klar“, sagt Bernward Schlossarek, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Region, im Gespräch mit Andrea Engelhardt, Leiterin der Gutzmannschule – eine Förderschule mit Schwerpunkt Sprache an der Konrad-Adenauer-Straße, für die die Region Hannover zuständig ist. Gemeinsam mit den Regionsabgeordneten Claudia Hopfe und mit dem Landtagsabgeordneten Rainer Fredermann will er sich einen Eindruck von den Gegebenheiten verschaffen. Dass die 300 Schüler und 30 Lehrer in einem Gebäude mit problematischem Zustand untergebracht sind, sei zwar bekannt gewesen, so Bernward Schlossarek, doch die Dimensionen nicht. „Hier ist Asbest in den Wänden, und seitdem vor einem halben Jahr eine Kollegin an Krebs gestorben ist, fällt es mir schwer, hier die Zuversicht aufrechtzuerhalten“, sagt Andrea Engelhardt. Zwar habe die Aufsichtsbehörde die Unbedenklichkeit attestiert, doch nur unter der Auflage, dass an die Wände nicht angestoßen wird. „Völlig unmöglich, das im Schulbetrieb zu realisieren“, sagt die Schulleiterin. Ebenso schlimm sei der Zustand der Sporthalle. Auch hier gibt es eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, allerdings nur unter der Auflage „Ballspielen verboten“. Zudem sei der Schwingboden defekt. Mit der Stolpergefahr an hochstehenden Kanten habe man sich aber arrangiert. Der Hausmeister dürfe erst dann wieder bei kleinen Reparaturen tätig werden, wenn er einen Sachkunde-Lehrgang Asbest absolviert hat. „Wir können viel leisten, ich bin ein zuversichtlicher Mensch“, sagt Andrea Engelhardt in Bezug auf die pädagogischen Aufgaben. Auffallend sei, dass immer mehr Schüler nicht nur emotional auffällig sind, sondern psychische Störungen haben. Therapeutische Unterstützung sei dringend nötig. Viele positive Nachrichten gebe es auch, so ihr Hinweis zur pädagogischen Arbeit. Beispiele sei die Vorbereitung der Schüler auf das Arbeitsleben und das laufende Theaterprojekt, bei dem einige Schüler schon über sich hinaus gewachsen sind. Psychischen Blockaden konnten, zumindest in ersten Schritten, gelöst werden.
Ab Sommer 2018 wird die Außenstelle in Godshorn aufgelöst. Dann kommen die Kita-Kinder und Grundschulkinder mit Förderbedarf zu den älteren Schülern am Standort dazu. „Doch die ganz Kleinen brauchen niedrigere WCs und Waschbecken, die haben wir aber gar nicht“, sagt die Schulleiterin. Seitens der CDU-Regionsfraktion wird der Abriss des Gebäudes favorisiert. Bernward Schlossarek sagt: „Ich habe einen entsprechenden Antrag formuliert. Beim Neubau soll eine Ganztagsbetreuung mit Verpflegung der Schüler eingeplant werden. Das entspricht auch der Koalitionsvereinbarung mit der SPD.“