"After Work"-Renntag mit Sensation

Shoshoni mit Viktor Schulepov gewann den Großen Preis der Sparkasse leicht mit drei Längen Vorsprung. (Foto: F. Sorge)

Außenseiter Shoshoni überrascht im Super-Handicap

Langenhagen. Mit dem Großen Preis der Sparkasse Hannover stand beim After-Work-Renntag auf der Neuen Bult ein echtes Super-Handicap an, denn um 20.000 Euro geht es in einem Ausgleich II in Deutschland nur sehr selten. So war es kein Wunder, dass es in dem 2.000-Meter-Rennen vor Formpferden nur so wimmelte. Eine Ausnahme machte der von Axel Kleinkorres trainierte Shoshoni, denn der Wallach, im Besitz und aus der Zucht des Pferdefotografen Marc Rühl, war in dieser Saison überhaupt noch nicht gelaufen. Man hatte seinen Trainingsgefährten Manolito, der zuletzt noch in Baden-Baden erfolgreich gewesen war, höher eingeschätzt. Und so ging der Fünfjährige unter Jockey-Oldie Viktor Schulepov zu einer Quote von 357:10 als größter Außenseiter ins Rennen. Doch das hinderte den Noroit-Sohn nicht an einem souveränen Start-Ziel-Sieg. Der russische Jockey gab ausgangs des Schlussbogens noch einmal richtig Gas. Und dieser Tempoverschärfung konnte zunächst kein Gegner folgen. So hatte er in der Zielgerade einen bequemen Vorteil und sein Sieg stand zeitig fest. Der Favorit Slowfoot kam mit einer guten Schlussleistung noch auf den zweiten Platz, als Dritter machte Manolito das gute Ergebnis für Trainer Axel Kleinkorres perfekt. Für Schulepov, Deutschlands ältesten Jockey, war der Sieg ein verspätetes Geburtstagsgeschenk, denn er war erst vor wenigen Tagen 54 Jahre alt geworden.
Grund zur Freude hatte auch Werder Bremen-Manager Klaus Allofs, denn der im Mitbesitz des ehemaligen Fussball-Nationalspielers stehende Königstiger-Sohn Collodi gewann unter Andrasch Starke das erste der beiden Dreijährigenrennen. Leicht mit vier Längen Vorsprung siegte der Hengst, für den es bereits der zweite Saisonsieg war, Start-Ziel gegen Spicy. Die Enttäuschung des Rennens war Rock my Heart, die zuletzt noch in Listen- und Grupperennen angetreten war, diesmal aber in der Zielgeraden überhaupt nicht weiter kam und als 15:10-Favoritin nur Vierte und damit Vorletzte wurde. Das zweite Dreijährigenrennen, das über 2000 Meter führte, und nur für die Stuten offen war, gewann die von Christian Sprengel trainierte Caitania, die unter Adrie de Vries sicher gegen Aliana gewann. Für den Lokalmatador Christian Sprengel war es bereits der zweite Sieg, denn auch das erste Rennen des Abends war durch die toll gezogene Stute Ninas Rainbow in seinen Stall gegangen. Diese sollte eigentlich von Top-Azubi Maxim Pecheur geritten werden, doch der 21jährige hatte im Stau gestanden und so übernahm Champion Filip Minarik den Ritt. Eine Stunde später war Pecheur dann aber doch an der Reihe, als er für die hannoversche Trainerin Marion Rotering mit A Mighty Heart das dritte Rennen des Abends gewann. In der siebten Tagesprüfung wurde erneut ein Hannoveraner Trainer zur Siegerehrung gebeten. Der von Stefan Wegner trainierte Herreshoff siegte unter Jennifer Korbus letztlich leicht im Ausgleich IV über die Meile. Für die junge Reiterin war es der dritte Karrieresieg.
Ein großer Erfolg war auch die Aktion „Rennpferdbesitzer für einen Tag“. Ein in der BILD-Zeitung veröffentlichter Coupon beinhaltete kostenfreien Eintritt auf die Rennbahn. Zusätzlich konnten die ausgefüllten Coupons in eine Losbox geworfen werden. Der glückliche Gewinner erhielt eine exklusive Führung über das Gelände, einen Wettgutschein und freien Zugang zum VIP-Bereich. Als absolutes Highlight wurde der Gewinner der Aktion zum Besitzer für einen Tag. Die Brümmerhoferin Amazing lief auf die Rechnung des „Besitzers“, der auch an den Preisgeldern beteiligt wurde. Und mit Platz vier landete Amazing mit Andrasch Starke sogar im Geld und machte diesen Tag für den „Besitzer für einen Tag“ zu einem unvergesslichen Rennbahnerlebnis.
Einen besonderen Tag erlebte auch Deutschlands-Top Amateur Dennis Schiergen, der den gesamten Renntag von einem TV-Team des Privatsenders SAT 1 begleitet wurde.
6.400 Besucher hatten an diesem Afterwork-Renntag den Weg auf die Neue Bult gefunden. Der Umsatz nach den neun Rennen belief sich auf 112.839,35 Euro.