Aktion Ohrenschmaus im Quartierstreff

In ungewohnter Rolle im Quartierstreff Wiesenau: Familien- und Sozialministerin Cornelia Rundt liest vor. (Foto: D. Lange)

Sozialministerin Cornelia Rundt kommt zum Vorlesen nach Wiesenau

Langenhagen (dl). Prominenter Besuch im Quartierstreff. Die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration war nach Wiesenau gekommen, um im Rahmen der Aktion Ohrenschmaus kleinen und großen Zuhörern etwas vorzulesen. Mit einer diesbezüglichen Besuchsanfrage aus dem Sozialministerium hatte der Nachbarschaftsverein win e.V. nicht unbedingt gerechnet. Um so erfreuter zeigte sich Claudia Koch, die den Quartierstreff leitet. „Wir waren sehr überrascht und freuen uns darüber, dass die Ministerin bei uns vorlesen möchte“. Das Buch dazu „Die Welt bei uns zu Hause“ hatte sie gleich mitgebracht. Ein Kinderbuch, in dem es um Migranten geht, die in Deutschland leben und um ihre Kultur, ihre Sprache und Traditionen. Die Aktion Ohrenschmaus im Rahmen des Leseclubs und gefördert von der Stiftung Lesen, findet monatlich im Quartierstreff statt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lese- und Sprachentwicklung von Kindern unterstützen. Bevor die Familien- und Sozialministerin allerdings das Buch zur Hand nahm, nutzte sie die Gelegenheit, sich im Gespräch mit Claudia Koch und Karl Heinz Range, Geschäftsführer der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG), selbst ein Bild zu machen von den Entwicklungen im Stadtteil Wiesenau. Die Entscheidung der KSG, die alten Häuser aus den frühen Fünfziger Jahren nicht zu modernisieren, sondern abzureißen und stattdessen neu zu bauen, erweist sich auch im Rückblick als richtig und notwendig. Dadurch erfahre der Stadtteil mit seinen rund 2500 Bewohnern eine positive Umgestaltung und Neuorientierung. Insbesondere auch durch die intensive Imagearbeit, zu der der Quartierstreff einen großen Beitrag leiste, finde ein spürbarer Imagewandel statt. Das war nicht immer so. Wiesenau war lange ein Zeit das ungeliebte Anhängsel von Langenhagen und mit einem eher zweifelhaften Ruf behaftet. Aber diese Zeiten sind vorbei, insofern sei Wiesenau geradezu exemplarisch als eine Blaupause für eine positive und nachhaltige Quartiersentwicklung zu betrachten, so der KSG-Chef Range. Dieser Prozess ist noch keineswegs abgeschlossen, davon ist die Leiterin des Quartierstreffs Claudia Koch überzeugt. „Wir möchten die Stadtteilbewohner davon überzeugen, dass sie sich engagieren und es selbst in der Hand haben, ihren Stadtteil und damit ihr unmittelbares Wohnumfeld mit zu gestalten“. Koch stellte der Ministerin die Angebote vor, die im Quartierstreff stattfinden und betonte den hohen Stellenwert, den dessen soziale Arbeit für die Bewohner des Stadtteils habe.