Am Brunnen vor dem Tore ...

Der verstorbene August Beck hat sich um Langenhagen und den Sport verdient gemacht. Foto: E. A. Nebig

Abschied von August Beck: Er lebte für seine Mitmenschen

Langenhagen (ne). Am 16. April vollendete August Beck sein 92. Lebensjahr, am 11. Mai verstarb er. Eine große Trauergeneinde nahm am vergangenen Freitag im Rahmen eines feierlichen Reqiuems in der Liebfrauenkirche von ihm Abschied und geleitete ihn anschließend zur letzten Ruhe auf dem Kirchenfriedhof. Zu Ehren des Großvaters sang sein Enkel Helge, studierter Bariton, dessen Lieblingslied: „Am Brunnen vor dem Tore ...“ in der Schubert-Fassung. Pfarrer Klaus-Dieter Tischler hielt die Totenmesse und ging in einer Ansprache auf das Leben von August Beck ein, das stets Fürsorge für seine Familie und Einsatz für seine Mitmeschen war. Der Verstorbene war nicht nur in der katholischen Kirchengemeinde aktiv, sondern er machte sich unter anderem als Sportler und Kommunalpolitiker über Langenhagen hinaus einen Namen. Obwohl schwer kriegsversehrt, betätigte er sich als Gemeinderatsmitglied und nach der Stadtwerdung Langenhagens bis 1986 als Ratsherr und Beigeordneter. Lange Jahre war er im Sport als Funktionär aktiv. Er gehört zu den Gründern von Sparta, Deutsche Jugendkraft, Langenhagen sowie des Sportringes Langenhagen und der Behinderten Sportgemeinschaft Langenhagen (BSG). Letztere ist „allein sein Kind“ und war bis ins hohe Alter hinein sein Lebensinhalt. Jahrzehntelang war er 1. Vorsitzender und war sehr stolz darauf, dass die Leitung der BSG auf seine Kinder überging. Um Langenhagen und den Sport hat sich August Beck also verdient gemacht. Dabei war er gar kein Niedersachse. Er stammte aus Baden-Württemberg. Geboren 1918, im letzten Jahr des 1. Weltkrieges, in Laubenbach am Odenwald, studierte er nach dem Abitur in Heidelberg und Breslau Physik. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlief seine Lebensplanung anders als gedacht. Er wurde zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht einberufen. Im Krieg wurde er mehrfach schwer verwundet. Sein unfreiwilliger Miltärdienst verschlug ihn zeitweilig nach Oberschlesien. Dort lernte er seine Frau Maria kennen, die er als junger Unteroffizier 1942 in Neckargemünd heiratete. Unlängst feierte er noch mit ihr die Eiserne Hochzeit, wenig später wurde er Witwer. Das Paar kam 1952 nach Langenhagen, erbaute ein Haus und engagierte sich fortan in vielfältiger Weise. Gesellschaftlich. Maria Beck übernahm die Leitung des katholischen Kindergartens und unterstützte ihren Mann in seinen Ehrenämtern als Kommunalpolitiker, Kirchenvorsteher der 12-Apostelgemeinde und als Vorsitzender verschiedener Vereine. Ein beruflicher Neuanfang gelang August Beck nach Kriegsende mit dem Hochschulabschluss zum Diplom-Physiker und einer Anstellung bei der Firma Hackethal in Langenforth-Süd. Dort traf er mit dem damaligen Bürgermeister August Wagener zusammen und trat den Weg in die Kommunalpolitik an. Nie hat der stets bescheidene August Beck die Unterstützung durch seine Angehörigen und Freunde vergessen. Stets betonte er zu Lebzeiten:
„Ohne meine Familie und meine Freunde, hätte ich nie erreicht, was ich in meinem langen Leben erreicht habe“. Dazu gehören neben dem Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens, etliche militärische Orden und zahlreiche zivile Auszeichnungen, vor allem im Sport. Er wird unvergessen bleiben.