Ampel mit tödlicher Sicherheitslücke?

Anfang April kam ein Fahrradfahrer beim Überqueren der Gleise an der Ecke Harzweg/Walsroder Straße ums Leben.Archivfoto: O. Krebs

Tragischer Unfall an der Kreuzung Harzweg/Walsroder Straße wirft Fragen auf

Langenhagen (sch/ok). Der tragische Tod eines Radfahrers an der Kreuzung Harzweg / Walsroder Straße im Frühjahr steht möglicherweise im Zusammenhang mit einer Sicherheitslücke in der Ampelschaltung.
Ein 24 Jahre alter Radfahrer war am 8. April an der Einmündung des Harzwegs in die Walsroder Straße mit einer Straßenbahn kollidiert und dabei ums Leben gekommen. Nach Erkenntnissen der Polizei war der Radfahrer an der Walsroder Straße in Richtung Godshorner Straße unterwegs gewesen. Kurz vor der Einmündung zur Straße Harzweg fuhr der 24-Jährige links über die ampelgeregelte Fußgängerfurt, um auf die gegenüberliegende Seite zu gelangen. Ein an der Ampel stehender Lastkraftwagen nahm ihm offensichtlich die Sicht - jedenfalls bemerkte er die in Richtung Langenhagen herannahende Straßenbahn nicht und es kam zum Zusammenstoß. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der junge Mann auf die Walsroder Straße zurückgeschleudert. Die eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos - der Radfahrer erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Verkehrswidrig hatte der Radfahrer einerseits gehandelt, in dem er den Fußgängerüberweg mit dem Rad befuhr. Andererseits ungeklärt blieb zunächst die Frage, ob der Fahrradfahrer die Fußgängerampel während der Grünphase passierte. Wie das ECHO kürzlich bei eigenen Recherchen vor Ort feststellte, besteht offensichtlich in der Ampelschaltung eine gefährliche Sicherheitslücke. Bisher war es unter bestimmten Umständen wohl möglich, dass die Straßenbahn den Kreuzungsbereich trotz Grünphase der Fußgängerampel passieren konnte. Eine Anfrage bei der für diesen Straßenabschnitt zuständigen Region Hannover brachte nun die Bestätigung. Pressesprecher Klaus Abelmann räumte gegenüber dem ECHO ein, dass die Beobachtung stimme. „Die Region hat deshalb umgehend Maßnahmen eingeleitet, um die Verkehrssicherheit an der Kreuzung Harzweg/Walsroder Straße dauerhaft zu erhöhen. In Absprache mit der infra (Infrastrukturgesellschaft Region Hannover d. Red.) und der Stadt Langenhagen werden insgesamt drei Kreuzungsanlagen aufwändig umgerüstet“, erklärte Abelmann. Dazu gehören neben der Kreuzung Harzweg die Ampelschaltungen in Höhe Angerstraße und Klusriede. Im Bereich Angerstraße hatte es bereits vor einigen Jahren einen tödlichen Zusammenstoß zwischen einem Fußgänger und einer Straßenbahn gegeben. Die erforderlichen Arbeiten seien schon ausgeschrieben und würden so schnell wie möglich umgesetzt. Zwar seien die Ampelschaltungen laut Abelmann rechtlich einwandfrei, bergen jedoch aufgrund einer „problematischen Signalphase ein gewisses Gefahrenpotenzial“. Dies habe ein Ortstermin von Polizei und Verkehrsbehörde im Zuge des tödlichen Unfalls am Harzweg ergeben. Kern der Umrüstungsmaßnahmen sind sogenannte „Wechselwarnwinker“, die auf die Gefahr querender Straßenbahnen aufmerksam machen. Pro Kreuzungsbereich kommen Kosten in Höhe von rund 45.000 Euro auf die Region zu. Ob die eingeleiteten Maßnahmen angesichts zweier tödlicher Unfälle im Streckenabschnitt binnen weniger Jahre nicht etwas halbherzig seien, wollte Abelmann im Gespräch mit dem ECHO nicht gelten lassen. Das Umrüsten auf eine noch wirksamer schützende „Volltechnik“ mit einem Rotsignal schätzt die Region laut Abelmann als nicht erforderlich ein.