"An Zukunft und Gegenwart gerichtet"

Gedenken: Martina Rust, Christiane Fischer (DRK Langenhagen) und Bürgermeister Mirko Heuer bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal vor der Elisabethkirche.Foto: C. Wurm

Gedenken bei tradioneller Kranzniederlegung am Ehrenmal

Langenhagen (cow). „Den Opfern eine Stimme und ein Gesicht geben“, forderte Bürgermeister Mirko Heuer in seiner Rede während der Gedenkfeier zum Volkstrauertag. Premiere für das Duo, Superintendent Holger Grünjes und Bürgermeister Mirko Heuer, die die Feierlichkeiten erstmalig in ihren neuen Ämtern ausübten. Begleitet von strömendem Regen hatten sich zur traditionellen Kranzniederlegung am Ehrenmal einige Vertreter von Vereinen, aus Kirche und Politik sowie Bürger an der Elisabethkirche zusammengefunden, um mit Andachten und erinnernden Worten der Gefallenen beider Weltkriege sowie anderer Gewaltherrschaften in Würde zu Gedenken. Zum Volkstrauertag wird bundesweit der Opfer von Kriegen und Terror auf der ganzen Welt gedacht.
Superintendent Holger Grünjes leitete im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst die Gedenkfeier ein und betonte in seiner Ansprache: „Wir haben ihn nötig, den Tag der Trauer.“ Täglich werde im Fernsehen aus Ländern berichtet, in denen der Krieg immer noch allgegenwärtig ist, wie Afghanistan, Syrien oder auch Nigeria. „Der Stachel gegen Gewöhnung und Gleichgültigkeit“, müsse aufrechterhalten werden.
Auch Bürgermeister Mirko Heuer wählte nachdenkliche Worte und schlug dabei immer wieder die Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „Mit Gedenktagen setzen wir ein Zeichen und verleihen der Trauer Ausdruck. Gedenken macht Sinn“, so Heuer. Heuer erinnerte auch an die bedeutenden Zahlen am diesjährigen Volkstrauertag: Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, dem sich vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg anschloss und den Schrecken und die Grausamkeiten ins Unfassbare trieb. „100 Jahre sind vergangenen, aber die Mechanismen sind immer noch wirksam“, wie es die Ukraine-Krise zeige, so Heuer. Krieg und Gewalt seien auch heute trauriger Alltag.
Höchst aktuell sei immer noch die Frage, wie Kriege vermieden werden können. Gedenkveranstaltungen, die nicht nur Angehörige, sondern vor allem auch einen jüngeren Personenkreis erreichten, sind nach Heuer eine gute Prävention. Es ist anzuerkennen, dass „Gedenken auch an die Gegenwart und die Zukunft gerichtet ist“, weiß der Verwaltungschef. Im Anschluss an die Ansprachen, die musikalisch vom Blasorchester Langenhagen begleitet wurden, legten Bürgermeister Mirko Heuer sowie die Vorsitzende und die stellvertretende Vorsitzende des DRK Langenhagen, Martina Rust und Christiane Fischer, am Ehrenmal vor der Elisabethkirche Kränze nieder. Ein Moment der Stille und des Schweigens, der sich auflöst in der Hoffnung, dass die Erinnerungskultur immer lebendig bleibt, um neue Gewalttaten zu vermeiden.