Andere Facetten des Pferdesports

Hoch zu Ross gab es packende Zweikämpfe zu sehen.Foto: D. Lange (Foto: Dirk Lange)

Gelungene Mischung aus Kunst und Sport beim Polo in Maspe

Maspe (dl). Unter Kennern gilt der idyllische Turnierplatz in Maspe sowieso als einer der schönsten Plätze in Deutschland- wenn nicht gar der schönste- auf denen internationale Poloturniere stattfinden. Zu verdanken ist das im wesentlichen Wolfgang Kailing, dem Präsidenten des niedersächsischen Poloclubs und seinem Team. Die Idee, Kunst und Polo zu verbinden, hatte Kailing, für den das richtige Ambiente sowie jedes Detail eines Turniers von großer Bedeutung ist, während eines Aufenthaltes im indischen Manipur, als er dort auf dem historischen Polofeld von Imphal und in Originalausrüstung Polospielen durfte. Das Veranstaltungskonzept Polo & Art ist für Wolfgang Kailing gewissermaßen die zeitgemäße Fortführung einer jahrtausendealter Tradition antiker Sportspiele in Zentralasien, für die er als Förderer auch das EU-Projekt Pferdestärken gewinnen konnte. Die Galerie Depelmann präsentierte mit einer Ausstellung während des Turniers ihre Künstler, denn für den Galeristen Hargen Depelmann „ist es wichtig hier zu sein. Wir zeigen die Werke unserer Künstler, können viele neue Kontakte knüpfen und gute Gespräche führen“. Für den Maler Robert Hettich ist die künstlerische Auseinandersetzung mit der Ästhetik des Pferdesports ein wichtiger Teil seines Schaffens. Seine impressionistischen Darstellungen packender Spielszenen voller Dynamik und Energie in Öl- und Acryltechnik erzeugen eine sinnbildliche Verbindung zwischen Kunst und Polosport. Sein elfjähriger Sohn, Tommy Hettich, Schüler der Musikhochschule, ließ sich und sein Klavier auf einer Kutsche um den Platz fahren und begeisterte in den Pausen die Gäste währenddessen mit Klaviersonaten. Für den niedersächsischen Poloclub ist ein Turnier in Maspe ohnehin mehr als nur Polo, sondern ein Reitsportevent, um auch andere Facetten des Pferdesports zu präsentieren. Mitglieder des Instituts für klassisch-barocke Reiterei zeigten unter der Leitung ihres renommierten Ausbilders, Richard Hinrichs, eine so genannte Quadrille. Die Dressurreiterin Henrike Habermann hingegen offenbarte mit ihrem Pferd Online Ixes „einen engelhaften Auftritt“ mit Figuren aus ihrem aktuellen Dressurprogramm. Polo wurde an diesem langen Pfingstwochenende natürlich auch gespielt. Allerdings nicht am Sonnabend. Das schlechte Wetter an diesem verregneten Tag ließ im Interesse der Pferde aus Sicherheitsgründen keinen normalen Spielbetrieb zu. Stattdessen wurden die ausgefallenen Spiele durch ein Penalty-Schießen ersetzt. Gespielt wurde bei diesem Turnier um den Euro-Cup. Ein Einladungsturnier mit sechs Mannschaften, je eine aus Deutschland, Belgien, Polen, Österreich, Italien und Schottland. Für den verletzten Clubpräsidenten Wolfgang Kailing sprang seine Tochter Kim Kailing in die Bresche und spielte in der Nord-LB-Mannschaft an der Seite von Peter Kienast aus der Wedemark. Die Gewinner des Eurocups, die polnische Mannschaft in den Trikots des Eventausstatters Helmer, schlug Italien in einem hochklassigen Endspiel deutlich mit 9 : 4. Im Spiel gegen Österreich gewann Deutschland mit 10 : 4 und belegte den dritten Platz in der Gesamtwertung.