Andere Gebete in der Kirche

Mit Musik stellten sich die Godshorner Gottesdienst-Teilnehmer den Gebetsfragen. (Foto: D. Lange)

Godshorner Gemeinde bot Alternativen

Godshorn (dl) Darf man das? Sich vorzustellen, Gott als höchste Instanz bei Problemen einfach selber anzurufen und ruft dieser gegebenenfalls auch zurück? Gibt es vielleicht andere Möglichkeiten, mit Gott in Kontakt zu treten als über das Gebet? Was wäre, wenn man sich mit Gott über das Vaterunser unterhalten und die einzelnen Zeilen darin mal beim Wort nehmen würde? Das wiederum wirft die Frage nach der Bedeutung von Bibeltexten auf und allein das wäre schon ein weites Feld. Was auf den ersten Blick möglicherweise etwas albern oder gar blasphemisch klingt, ist der Versuch, aus der Sicht der Christen der Frage nachzugehen, mögliche Alternativen zu finden im Zugang zum Glauben und zum Kontakt mit Gott. Anders als beispielsweise über das Gebet. Anders war denn auch dieser Sonntagsgottesdienst in der Kirche Zum Guten Hirten in Godshorn, der, nomen est omen, vom Team „Gottesdienst anders“ sowie dem Musikkreis conTakt gestaltet wurde. Zu diesem Anlass schrieben die Besucher des Gottesdienstes ihre Wünsche und Sorgen auf, die sie ihrem Gott mitteilen würden. Da ist von dem Wunsch nach Frieden die Rede, von Gesundheit, von Geduld, Vertrauen und Weisheit, von Kraft und Zuversicht, die helfen, das Leben mit all seinen Unzulänglichkeiten zu meistern. Da es sich dabei häufig aber um von Menschen gemachte Krisen, Sorgen oder Probleme handelt, ist es durchaus denkbar, dass Gott sich in diesem Fall als für „nicht zuständig“ erklärt. Entsprechend der eingangs gestellten Frage könnte die Antwort dann vielleicht folgendermaßen, aber nicht unbedingt wunschgemäß ausfallen:„Ihr habt Euch die Suppe selbst eingebrockt, jetzt löffelt sie gefälligst auch selber wieder aus“.