Anderer Dirigent musste einspringen

Souverän führte der kurzfristig eingesprungene Dirigent Henning Klingemann durch das Programm. Fotos: K. Raap
 
Eine tolle Interpretation des Joy-Fleming-Titels „Ein Lied kann eine Brücke sein“ gelang Sängerin Corinna Fiedler.

Blasorchester Langenhagen begeisterte beim großen Jahreskonzert

Langenhagen (kr). Bei diesem Konzert stimmte einfach alles: Das Orchester präsentierte sich bestens vorbereitet, die Solisten überzeugten, die Moderation stimmte rundum, und auch das Programmheft genügte professionellen Ansprüchen. Die Rede ist vom Jahreskonzert des Blasorchesters der Stadt Langenhagen, das jetzt im Theatersaal unter dem Motto „Ein Lied kann eine Brücke sein“ im Theatersaal über die Bühne ging. Dabei hatte es im Vorfeld dieses musikalischen Großereignisses noch am Freitag eine böse Überraschung gegeben: Harald Sandmann, der sich im Theatersaal als neuer Chef des Orchesters zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen wollte, musste nach einer fiebrigen Erkrankung das Bett hüten. In diese Bresche sprang dann kurzfristig Henning Klingemann, Leiter des „Modern Sound Orchestra Seelze“. Der 36-Jährige hat eine erstaunliche Ausbildung hinter sich. Als gelernter Bankkaufmann studierte er auch noch höheres Lehramt und vertiefte in vielfältigen Kursen, Studien und Zusatzausbildungen seine Ambitionen als Dirigent. Es war schon erstaunlich, wie entspannt er nach einer einzigen Probe das Orchester leitete. Er konnte sich dabei natürlich auch verlassen auf ein bestens von Harald Sandmann wochenlang vorbereitetes Orchester. Das Motto des Abends „Ein Lied kann eine Brücke sein“ sollte nicht nur an personelle Veränderungen innerhalb des Orchesters erinnern, sondern vor allem an die grandiose Wiedergabe dieses Liedes von Joy Fleming beim Grand Prix Eurovision im Jahr 1975. Als mitreißende Interpretin dieses Titels stellte sich Corinna Fiedler vor, im Orchester auch eine versierte Saxophonistin. Sie meisterte das Lied intonationssicher mit großer Stimme und außerordentlichem Feeling. Ein weiteres Highlight das rasante anspruchsvolle Potpourri „A Tribute to Michael Jackson“ mit den ganz großen Hits des unvergesslichen „King of Pop“. „Irish Stew“, um dieses traditionelle irische Eintopfgericht drehte sich alles bei einem originellen Titel, bei dem die sinfonische Blasbesetzung ergänzt wurde durch ein Akkordeon als besondere Zutat. Diesen Part meisterte mit Bravour Melanie Vockeroth, seit Jahren auch bekannt als Klarinettistin und informative wie lockere Moderatorin. Spannend auch die Melodien aus dem deutschsprachigen Musical „Tanz der Vampire“. Ein Hochgenuss auch Melodien aus dem Film „Jenseits von Afrika“ mit dem Traumduo Meryl Streep und Robert Redford. Als weiteres beeindruckendes Werk des Programms gestaltete sich „Resplendent Glory“, eine romantische Komposition von Rossano Galante. Ein Ohrwurm auch ein brillantes Medley bekannter Melodien von Gloria Estafette. Riesenbeifall eines bestens aufgelegten Publikums für ein alles andere als alltägliches Musikprogramm. Darüber hinaus bedankte sich das Orchester auf der Bühne mit einem Präsentkorb bei Kai Philipps für dessen hervorragende zehnjährige Aktivitäten als musikalischer Leiter. Wenn es seine Termine zulassen, so betonte Philipps, will er wie bei diesem Konzert, weiterhin als Trompeter mitwirken. Ausgebildet an der Trompete hat er übrigens auch Orchester-Geschäftsführer Gero Kretschmer.