Angriffstechnik auf dem Acker

Übungsfall für die Feuerwehr-Einsatzkräfte Krähenwinkel. (Foto: K. Jüttner)

Übungsfall: Wald- und Flächenbrände

Langenhagen. Ein für die Jahreszeit typisches Szenario war nun zweitägiger Übungsfall für die Ortsfeuerwehr Krähenwinkel: Wald- und Flächenbrände. Hierzu fuhr die Wehr zu einem vom Wohngebiet abgelegenen und abgeernteten Getreidefeld. Dort wurde mit der Unterstützung des Landwirts Edgar Schmidt-Nordmeier ein circa fünf Meter breiter und 400 Meter langer Stoppelstreifen mit einer Reihe Stroh stehen gelassen, der später für den praktischen Teil der Ausbildung dienen sollte.
Zu Beginn der Übung wurden die Einsatzkräfte mit den wichtigsten theoretischen Grundkenntnissen zum Thema unterrichtet. Inhalte waren hier die Waldbrandwarnstufen und ihre Entstehung sowie Berechnungswerte. Weiter ging es um Grundlagen der Vegetation, der Topographie sowie den Einfluss des Wetters bei dieser Art von Bränden. Boden-, Voll- und Flächenbrände wurden durch ihre charakteristischen Eigenschaften erläutert und hierzu die verschiedenen Bekämpfungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen zugeordnet. Taktische Prioritäten, gegenübergestellt zu Gebäudebränden, wurden analysiert. Verhalten der Einsatzkräfte und Aufstellung von Einsatzfahrzeugen im vom Feuer bedrohten Einsatzgebiet direkt an der Brandstelle unter Berücksichtigung des Eigenschutzes konnten der einschlägigen Fachliteratur entnommen werden. Da es zu dieser Art von Bränden oft an heißen Sommertagen kommt und somit eine Doppelbelastung durch Witterung und Arbeitsleistung auf die Einsatzkräfte zukommt, ist die Gewichtung der Flüssigkeitszufuhr im Einsatz eine wichtige Grundlage für den sicheren Einsatz.
An den theoretischen Teil folgte eine Praxiseinheit, bei der die Mitglieder der Ortswehr die verschiedenen zuvor besprochenen Lösch- und Angriffstechniken ausprobieren konnten. Da Löschwasser in den vom Feuer bedrohten Gebieten oft knapp ist, übten sich die Kräfte primär mit wirkungsvollen Alternativmethoden, wie Sandwurf und den Umgang mit Feuerpatschen. Edgar Schmidt-Nordmeier demonstrierte mit einer Scheibenegge das Anlegen eines Wundstreifens (Feuerbarriere). Diese Methode ist bei Flächenbränden, die vom Wind angetrieben eine hohe Laufgeschwindigkeit bekommen, eine immens wirkungsvolle Unterstützung der Feuerwehren. Als Abschluss wurde ein klassischer Löschangriff mit Strahlrohren aufgebaut. „Ziel sollte es sein, einen auf ein Waldgebiet zulaufenden Flächenbrand, durch eine Riegelstellung an einem angenommen Forstwirtschaftsweg zu stoppen“, erklärte der stellvertretende Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Krähenwinkel Kai Jüttner.