Angst um Kinder ist gegenwärtig

Auspacken und spielen. Die Kinder freuen sich über die neuen Spielsachen, gespendet von Stefan Rauschke (hinten Mitte) und Michaela Rauschke (rechts). Ständige Betreuerin ist Claudia Koch (hinten Mitte) und donnerstags Bianca Norberg (hinten links). (Foto: G. Gosewisch)

Autos fahren quer über den Spielplatz

Langenhagen (gg). „Kinder sind auf dem Spielplatz ständig in Gefahr“, sagt Claudia Koch, Leiterin des Quartierstreffs an der Freiligrathstraße, Wiesenauer Mitte. Täglich beobachtet sie, dass Autos auf der integrierten Spielstraße zu schnell fahren. Dass noch kein Kind unter die Räder gekommen ist, sei ein Wunder.

„Hier muss umgebaut werden“, fordert Claudia Koch. Der Quartierstreff, direkt neben dem Spielplatz, bietet Kindern am Nachmittag Anleitung und erfüllt damit einen städtischen Auftrag. Ehrenamtliche kümmern sich, basteln mit den Kindern oder haben im Blick, wenn draußen getobt wird. Die Kinder laufen ständig zum Klettergerüst, jenseits der Spielstraße, die Teil des Spielplatzes ist. „Natürlich ist dann das Spielen für sie der einzige Gedanke. Dafür ist ein Spielplatz ja auch da“, erklärt die Quartierstreff-Leiterin. Brenzlige Situationen habe es schon vielfach gegeben. Autofahrer fahren zu schnell über die Spielstraße, Kinder sind schon fast überfahren worden. Dass die Stadtverwaltung im vergangenen Dezember den Spielplatz als gelungen feierte, als sie den „Deutschen Spielraumpreis“ erhielt, hat Claudia Koch mit gemischten Gefühlen begleitet. Klar sei, dass der Spielplatz attraktiv sei. Doch dass etwas zur Gefahrenabwehr getan werden muss, sei da schon bekannt gewesen. Ihre vielfachen Klagen haben im Rat für Verwunderung gesorgt, denn der Umbau des Spielplatzes vor zwei Jahren hat 300.000 Euro gekostet. „Inzwischen hat die Polizei auf der Spielstraße eine Erhebung zum Verkehr und zur Situation durchgeführt“, sagt Claudia Koch. Sie hofft, dass die Ergebnisse nun zu einem Umbau der Spielstraße führen.
Auf ECHO-Anfrage zum Thema teilt die Stadtverwaltung mit: "Mitarbeiter der Abteilung Sicherheit-Ordnung-Umwelt werden in einem Gespräch mit Claudia Koch die einzelnen Aspekte besprechen, um erörtern zu können, ob und welche Verbesserungen die Stadtverwaltung vornehmen kann. Diesem Gespräch möchten wir derzeit nicht vorgreifen."
Clauda Koch wird mit Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer die spielenden Kinder weiterhin ermahnen. Sie müssen aufpassen, wenn sie laufen. Unterstützung für den Kindernachmittag immer donnerstags im Quartierstreff bekommt sie von Bianca Norberg, die das „Familienzentrum Emma und Paul“ (Verbund der Emmaus- und der St.Paulus-Gemeinde) leitet. Dann werden bis zu 40 Kinder auf dem Spielplatz betreut. Anerkennung für das Engagement gab es vor Kurzem von Stefan und Michaela Rauschke. Mit ihrem Holz- und Metallbau-Betrieb leisten sie einen Teil der Gewerke beim KSG-Wohnungsneubau in der Nachbarschaft. „Die vielen Angebote für Kinder im Quartierstreff sind wertvoll, das unterstützen wir gern“, sagen sie bei ihrer Spendenübergabe, Bälle und Federball-Schläger im Gesamtwert von rund 300 Euro.