Angst vor Überfällen?

Sprunghafter Anstieg kleiner Waffenscheine in Langenhagen

Langenhagen (gg). Wer ein Pfefferspray oder eine Schreckschusswaffe mit sich führen will, muss dafür eine Genehmigung haben: Der sogenannte kleine Waffenschein ist bei der Stadtverwaltung zu beantragen. Beachtlich ist der Anstieg der Anträge in Langenhagen: Pro Jahr gab es bis 2014 knapp zehn Anträge. Im Jahr 2015 waren es 25 Anträge und im ersten Halbjahr 2016 wurden bereits 120 Anträge gestellt. Den Medien zufolge entspricht das dem bundesweiten Trend.
Ein Antragsteller muss keine Gründe nennen, warum er den kleinen Waffenschein haben will. Ob es eine steigende Angst vor Überfällen gibt oder sich einfach nur rumgesprochen hat, dass der Schein nötig ist, bleibt daher unklar. Denkbar ist auch, dass es einfach mehr Sicherheitsdienstleister gibt, die den Schein für ihren Job brauchen. Immerhin, die Gebühr beträgt 50 Euro. Ein einfaches Formular ist auszufüllen. Neben der Adresse ist darin die körperliche und geistige Eignung zu erklären. Schwere Formen der Sehschwäche, Schwerhörigkeit, Fahruntüchtigkeit, Hirnverletzungen, Herz-Kreislauf oder Zuckerkrankheit, Alkohol- oder Drogenmissbrauch sind auszuschließen. Die Erteilung des Waffenscheins ist abhängig von der „waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und der persönlichen Eignung“ des Antragstellers. Letzteres prüft die Stadtverwaltung. Ein Antragsteller ist unzuverlässig, wenn er während der vergangenen fünf Jahre zu einer Strafe von 60 Tagessätzen oder mehr verurteilt wurde, oder wenn er innerhalb der vergangenen zehn Jahre zu einer Strafe von einem Jahr oder mehr verurteilt wurde. Geringere oder weiter zurückliegende Verurteilungen spielen keine Rolle. Bei laufenden Strafverfahren wird der Ausgang des Verfahrens abgewartet.
Ein von der Stadtverwaltung ausgestellter kleiner Waffenschein gilt unbefristet. Jeder Verstoß gegen diese Erlaubnis kann mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.