Anleitung zu Respekt und Toleranz

Auf der Matte, in der Sporthalle der Hermann-Löns-Schule, wird beim Training nach Regeln gekämpft. (Foto: HLS-Förderverein)

Grundschüler lernen Kampfkunst kennen

Langenhagen. Laut ertönen die kurzen Befehle des Trainers Heinz Göris durch die Sporthalle der Hermann-Löns-Schule: „ Kreuzschritt - Uppercut - Ellbogen - Backhand - Cross!“ Und die 17 Jungen der Klassen drei und vier versuchen im Einklang den Anweisungen zügig zu folgen. Das sieht einfacher aus, als es ist. Als Polizist Dirk Schell, Kontaktbeamter der Hermann-Löns-Schule (HLS), die Kampfkunst-AG anregte, machte zunächst das Kollegium der Schule eine Probestunde und befand, dass das äußerst diffizil und anstrengend sei.
„Es geht bei dieser philippinischen Kampfkunst nicht um den Kampf Mann gegen Mann,“ betont Trainer Göris, der seit 50 Jahren im Verein Kampfkunstschmiede Mitglied und Ausbilder ist. „Es geht vornehmlich um das Gruppengefühl, Rücksichtnahme, Respekt und Toleranz, aber auch um Geschicklichkeit, um Schulung der Grob- und der Feinmotorik.“
Man sieht, dass das bei den Kindern ankommt. Mit Begeisterung wird auf den Weichbodenmatten gerungen. Natürlich nach Regeln, was für einige ganz neu ist. „Die AG läuft im Rahmen unserer Gewaltprävention,“ berichtet die HLS-Leiterin Petra Adolf, „und man kann hier sehr schön sehen, wie schwer es einigen Jungen fällt, Anweisungen Folge zu leisten, sich unterzuordnen und sich an Regeln zu halten.“
„Kampfkunst schult im Übrigen nicht nur die Körperlichkeit,“ ergänzt der Dirk Schell, „die Kinder bekommen im Laufe des Trainings ein ganz anderes Selbstbewusstsein, was sich in ihrer Körpersprache ausdrückt. So verlieren Kinder relativ schnell ihren Opfer-Status in den Klassen, weil sie plötzlich selbstbewusster auftreten“.
So blieb der Schulleiterin am Schluss nur noch, sich mit einem Blumenstrauß bei Heinz Göris zu bedanken. Sie brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, den Kurs im nächsten Schuljahr wieder anbieten zu können, dann vielleicht auch für Mädchen. Die Finanzierung hatte in diesem Schuljahr noch der HLS-Förderverein. Petra Adolf verriet: „Für das nächste Jahr sind wir mit dem Präventionsrat im Gespräch.“