Ansprüche werden verstärkt abgerufen

Bilanz der Region zum Bildungs- und Teilhabepaket

Region. Immer mehr Familien, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben, nutzen diese auch. Das zeigen die Zahlen, die die Region im Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Gesundheit vorgestellt hat. „Die Menschen kennen nicht nur ihren Anspruch, sondern rufen ihn auch ab“, meint Erwin Jordan, Dezernent für soziale Infrastruktur der Region Hannover.
Insgesamt 12,3 Millionen Euro hat die Region Hannover im Jahr 2014 für die Einzelleistungen ausgegeben. Im Jahr 2013 lag diese Summe noch bei 10,4 Millionen Euro, im Jahr davor bei rund acht Millionen Euro. „Uns zeigen die Zahlen, dass wir auf einem guten Weg sind, die BuT-Leistungen so unbürokratisch wie möglich zu gestalten und dafür zu sorgen, dass noch mehr Menschen davon erfahren und die Möglichkeit zur Teilhabe nutzen“, sagt Erwin Jordan. Andererseits bleibe ein großer Teil von Kindern und Jugendlichen über, die die Leistung nicht erreiche. „Der verfassungsmäßige Anspruch dieser Kinder und Jugendlichen wird durch das Bildungs- und Teilhabepaket nach wie vor nicht erfüllt“, stellt der Sozialdezernent fest. Die Region Hannover setzt daher seit der Einführung des Bildungs- und Teilhabepaketes vor vier Jahren darauf, zu informieren und Hemmschwellen abzubauen. So wird zum Beispiel an alle rund 11.000 Erstklässler zum Schulstart eine Postmappe überreicht – unter anderem gefüllt mit Informationen zu den Leistungen und Antragsstellung.
Die Region Hannover ist zuständig für die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets in allen 21 regionsangehörigen Städten und Gemeinden. Anspruchsberechtigt sind alle Kindergartenkinder sowie Schüler, die Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld), nach dem SGB XII (Sozialhilfe) und dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten oder Wohngeld und Kinderzuschlag beziehen. Insgesamt rund 57.900 anspruchsberechtigte Kinder und Jugendliche (bis 25 Jahre) gab es 2014 in der Region Hannover. Von den 29.720 leistungsberechtigen Kinder im Alter von sechs bis 17 Jahren, die grundsätzlich Anspruch auf sämtliche Leistungen des BuT-Paketes haben, beantragten diese rund 65 Prozent.
Das BuT-Paket besteht aus sieben Bausteinen: Pauschale für den Schulbedarf von insgesamt 100 Euro pro Schuljahr für notwendige Unterrichtsmaterialien wie Taschenrechner oder Tuschkasten, Kostenübernahme (ohne Taschengeld) bei der Teilnahme an eintägigen Ausflügen von Kindertageseinrichtungen und Schulen, Kostenübernahme (ohne Taschengeld) bei der Teilnahme an mehrtägigen Ausflügen von Kindertageseinrichtungen und Schulen, Schülerbeförderung oder Übernahme der Fahrtkosten bei einem Schulweg von mehr als zwei Kilometern, Kostenübernahme für von Lehrkräften empfohlenen Lernförderung oder Nachhilfestunden, Übernahme der Kosten für ein gemeinsames Mittagessen in der Kindertagesstätte oder Schule – mit Eigenbeteiligung von einem Euro pro Kind und Tag und Erstattung von bis zu zehn Euro monatlich für kulturelle oder soziale Teilhabeleistungen wie beispielsweise Mitgliedsbeiträge in Vereinen, für Kurse wie Schwimmkurse oder Musikunterricht, oder für Freizeiten.