Ansturm im Klinikum Hermine

Der verrückte Zahnarzt Dr. Borb (Kai Tessmer, von links) und seine Assistentinnen Flora (Vanessa Feierabend) und Franziska (Sabrina Feierabend) staunen über ihren Patienten (Henri Betz).

Kinder‐ und Jugendzirkus vereint Akrobatik und Schauspielerei

Langenhagen. Vielseitig ist das Klinikum Hermine aufgestellt: Neben Innerer Medizin, Orthopädie, Chirurgie und Zahnheilkunde gibt es auch eine Station für Virenzucht und eine Änderungsschneiderei – zum Glück für die betrübte Bettdecke, die sich wegen eines langen Risses unter den wartenden Patienten eingefunden hat. Schlimme Bauchschmerzen und ein böser Rücken, plötzliche Blindheit und ein entzündeter Zahn werden im Klinikum behandelt – reichlich verrückt, aber immer mit viel Einsatz und meistens mit Erfolg.
Die knapp 30 Artistinnen und Artisten des Kinder‐ und Jugendzirkus Hermine in der Elisabeth‐Kirchengemeinde ließen „Das verrückte Klinikum Hermine“ in zwei Aufführungen am Wochenende lebendig werden, und sie konnten sich gleich zweimal über ein volles Haus freuen. Am Sonntag war der Ansturm der Besucher so groß, dass einige von ihnen abgewiesen werden mussten – der große Saal im Martinshaus konnte einfach niemanden mehr fassen. Ein Jahr lang hatten sich die Artisten unter der Leitung von Regisseurin Patricia Harlos, Schauspielerin und Clownin aus Hannover, auf ihren Auftritt vorbereitet, immer unterstützt von den beiden Zirkusdirektoren Bettina Praßler‐Kröncke und Björn Ostendorp. „Wir sind im Zirkus Ideengeber, Manager, Organisatoren und Mädchen für alles“, erzählt Pastorin Bettina Praßler‐Kröncke. Gemeinsam mit Zirkusfan Björn Ostendorp hat sie den Kinder‐ und Jugendzirkus Hermine vor einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Hermann‐ Löns‐Schule gegründet; die meisten Artisten sind inzwischen allerdings längst aus dem Grundschulalter herausgewachsen. Patricia Harlos bescheinigt ihnen, dass sie bei ihren Auftritten am Wochenende über sich selbst hinaus gewachsen sind – neben der akrobatischen Leistung zeigten die Akteure auch viel schauspielerisches Talent und augenzwinkernden Humor, sodass der Funke ganz schnell aufs Publikum übersprang. Ihre Rollen innerhalb des Klinikums hatten alle Akteure in der Probenphase selbst entwickelt und nach und nach mit Inhalt gefüllt: „Sie alle haben innerhalb des Programms ihren Platz gefunden“, sagt Bettina Praßler‐Kröncke. Sie freut sich darüber, wie sich der Zirkus in den vergangenen Jahren entwickelt hat: Aus der Jugendarbeit der Elisabeth‐Kirchengemeinde ist er nicht mehr wegzudenken.
Kinder, die Interesse daran haben, beim Zirkus Hermine mitzumachen, müssen mindestens neun Jahr alt sein oder in die dritte Klasse gehen. Nach den kommenden Sommerferien wird es so etwas wie einen kleinen Generationswechsel im Zirkus geben, dann können wenige Kinder nachrücken. Bettina Praßler‐Kröncke führt dazu eine Warteliste; wer dort eingetragen werden möchte erreicht sie unter Telefon (0511) 77 39 43.