"Antigone" von Sophokles

Moderne Adaption: Antigone des TfN.

21. November: Theater für Niedersachsen gastiert im Theatersaal

Langenhagen. Das Schauspiel-Ensemble des Theater für Niedersachsen gastiert am Mittwoch, 21. November, um 20 Uhr mit dem Stück "Antigone" von Sophokles im Theatersaal, Rathenaustraße. Vor der Vorstellung um 19.30 Uhr findet eine Einführung statt.
Zum Stück: Antigone, 442 v. Chr. zum ersten Mal aufgeführt, gilt heute nicht nur als die gelungenste griechische Tragödie überhaupt, sondern auch als erstes Widerstandsstück der Weltliteratur. Wie kaum eine andere Figur in der Dramengeschichte wurde Antigone zur Projektionsfläche für unterschiedlichste Autoren, deren Bearbeitungen auf die jeweilige gesellschaftliche Situation schließen lassen. In der Klassik um 1800 interpretierte man Antigone beispielsweise als Vertreterin des allseits propagierten Humanitätsideals. In der Fassung von Walter Hasenclever aus dem Jahre 1917 ist Antigone – als Reaktion auf den 1. Weltkrieg – eine pazifistische Heldin, und die radikal aktualisierte Antigone-Bearbeitung von Bertolt Brecht aus dem Jahre 1948 beginnt damit, dass zwei Schwestern im April 1945 der Hinrichtung ihres aus dem Krieg desertierten Bruders beiwohnen. Auch in unserer heutigen Gesellschaft lässt die Geschichte von Antigone zahlreiche Assoziationsmöglichkeiten zu aktuellen Geschehnissen zu – beispielsweise mit Blick auf Russland, Syrien oder Ägypten. Fast täglich hören wir Berichte von skrupellosen Machthabern und Einzelnen oder Gruppen, die sich gegen ihre Staatsmacht stellen. Die Medien als zentrales Instrument zur Machterhaltung und Mittel zur Prägung der öffentlichen Meinung spielen dabei eine wachsende Rolle. Sie sind deshalb Teil der Inszenierung von Antigone im Jahre 2012 am TfN.
Zum Inhalt: Zwei Brüder haben sich gegenseitig im Kampf um die Macht in Theben getötet. Die Schlacht ist jetzt vorbei und Kreon der neue Herrscher. Er verfügt, dass Eteokles, der eine Bruder, mit allen Ehren als Held begraben wird. Der andere aber, Polyneikes, der seiner Vaterstadt den Krieg erklärte, soll zur Abschreckung und Mahnung für alle unbestattet bleiben, den Vögeln und Hunden zum Fraß vorgeworfen. Wer ihn begräbt, muss sterben. Antigone, die Schwester von Eteokles und Polyneikes, fühlt sich ihrer kulturellen Tradition und den Göttern stärker verpflichtet als dem neuen Gesetz eines neuen Herrschers. Auch wenn es ihr Onkel Kreon ist. Sie bittet ihre Schwester Ismene vergeblich um Hilfe bei der letzten Ehre für ihren gemeinsamen Bruder. Ismene hingegen versucht, ihre Schwester von dem Vorhaben abzuhalten: Antigone beerdigt Polyneikes und wird von Kreon zum Tode verurteilt. Weder Haimon, Kreons Sohn und Antigones Verlobter, noch der Chor, ansonsten wichtiger Berater Kreons, können ihn davon abbringen. Erst als der Seher Teiresias schreckliches Unglück prophezeit, wird Kreon einsichtig. Aber da ist es bereits zu spät.
Kartenvorverkauf: Presso, Marktplatz4, Telefon (0511) 72 43 411.