Anton Hofreiter ermutigt IG Lärmschutz

Grüne Politik in Langenhagen: Rolf Linnhoff (von links), Anton Hofreiter und Dirk Musfeldt. (Foto: D. Lange)

Wahlkampf: Grüner Bundestagsabgeordneter zu Gast

Langenhagen (dl). Die Erkenntnis, dass der Straßen- und Schienenverkehrslärm zusammen mit dem Fluglärm zu den Hauptverursachern von lärmbedingten Gesundheitsschäden gehört, ist nicht neu. Es gibt zahlreiche Studien zu diesem Thema, die das belegen. Die Gesprächsrunde mit Gästen, zu der die Langenhagener Grünen den grünen Bundesfraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter als Diskussionspartner und Gastredner eingeladen hatte, sollte sich mit den Problemen, aber auch mit den Möglichkeiten befassen, auf diesem Gebiet zu Verbesserungen zu kommen. Lärmmindernde Straßenbeläge etwa, die das Abrollgeräusch der Fahrzeuge reduzieren oder je nach Tageszeit flexible Geschwindigkeitsbeschränkungen seien als kostengünstige Lösung schnell und vergleichsweise einfach zu verwirklichen, so Hofreiter. Im Schienenverkehr sei ebenfalls mit technischen Veränderungen und anderen Materialien viel zu erreichen. Man müsse anders denken, neue Ideen entwickeln und sie auch umsetzen. Hofreiter betonte, dass die Grünen auf Bundesebene seit langem für ein Nachtflugverbot einsetzen und allgemein an Lösungen zur Verringerung des Fluglärms arbeiten. Die ständig vorgebrachten Argumente von Arbeitsplatzverlusten durch Nachtflugverbote seien jedenfalls nicht stichhaltig, denn viele Flughäfen hätten wirtschaftliche Probleme, die aber nichts mit einem bestehenden Nachtflugverbot zu tun hätten. Dass die Diskussionsrunde zeitweise inquisitorische Züge annahm und sich thematisch einseitig ausschließlich mit dem Fluglärm und der Nachtfluggenehmigung am Langenhagener Flughafen beschäftigte, hatte mit den anwesenden Mitgliedern der IG Lärmschutz zu tun. Diese hielten der grünen Ratsfraktion und vornehmlich Dirk Musfeldt als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters ein mangelndes Engagement vor und das Fehlen grüner Positionen für die Interessen der vom Fluglärm betroffenen Langenhagener. Dem widersprach Musfeldt, räumte aber ein, dass es bisher noch zu keiner Vernetzung seitens der Grünen mit der Bürgerinitiative gekommen sei. „Grundsätzlich aber“, so Musfeldt, „wünschen wir uns eine konstruktive und keine konfrontative Zusammenarbeit. Wir arbeiten an dem Thema, aber auf anderen Ebenen“. Hofreiter rät der Bürgerinitiative, nicht nachzulassen in ihren Bemühungen. „Am besten ist es, Sie haben einen grünen Bürgermeister, der dahinter steht“. Bis zum Auslaufen der 24 Stunden Betriebsgenehmigung 2019 am Langenhagener Flughafen seien es noch fünf Jahre. Diese Zeit sollte durch Gespräche dazu genutzt werden, ein breites gesellschaftliches Bündnis mit einer soliden Mehrheit zu schaffen. Um als Interessenvertretung zu gesellschaftlichen Fortschritten gegenüber starken wirtschaftlichen Interessen zu gelangen, wie in diesem Fall den Airlines, brauche es einen langen Atem.