Apotheker stehen für Unternehmenskultur

Konstruktiver Erfahrungsaustausch bei Sanacorp (von links): Uwe Risse, Betriebsleiter Region Nord, Landtagsabgeordneter Marco Brunotte, Bundestagsabgeordnete Caren Marks, Frank Hennings, Vorstand Einkauf und Vertrieb, Carsten Herms, Vertriebsleiter Niederlassung Hannover und Roger Kiene, stellvertretender Betriebsrat und Mitglied im Aufsichtsrat.Foto: O. Krebs

Pharmagroßhandel Sanacorp mit 8.000 Mitgliedern genossenschaftlich organisiert

Langenhagen (ok). Eines der größten deutschen Pharmagroßhandelsunternehmen mit bundesweit rund 3.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von etwa 3,7 Milliarden Euro hat eine Niederlassung in Langenhagen "In den Kolkwiesen". Das Spannende: Sanacorp ist genossenschaftlich organisiert, hat knapp 8.000 Mitglieder und wurde vor 90 Jahren im schwäbischen Esslingen gegründet. In den Gremien sind auch immer Apotheker vertreten, die nicht zuletzt für Werte und auch für Qualität bei den Medikamenten stehen. "Dieser Heilberuf strahlt auf die gesamte Unternehmenskultur aus, die nicht zuletzt für fairen Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht", sagt Vorstandsmitglied Frank Hennings. 180 sind es in Langenhagen, die im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten, auch am Sonnabend. Hennings weiter: "Wir müssen flexibel sein und uns nach unseren Kunden, den Apothekerinnen und Apothekern, richten." Beeindruckt zeigten sich die beiden SPD-Politiker Caren Marks und Marco Brunotte von der aufwändigen Logistik, die reibungslos funktioniert. "Eineinhalb Stunden dauert es vom Anruf bis zur Auslieferung und das bei einer flächendeckenden Versorgung in Niedersachsen und Bremen", verspricht Frank Hennings. 90.000 Artikel werden etwa in Langenhagen gelagert. Der Preisdruck sorgt allerdings für einige Sorgenfalten auf Hennings Stirn, denn durch die Deckelung bei so genannten "hochpreisigen" Medikamenten über 1.200 Euro verbunden mit dem Mindestlohn haben nach Aussage Hennings dafür gesorgt, dass die Margen enorm gesunken seien. Hennings: "Zum Überleben brauchen wir sechs Prozent plus x, zurzeit liegen wir unter fünf Prozent." Denn gerade die Anzahl der "Hochpreiser" sei in der vergangenen Zeit um 20 bis 25 Prozent gestiegen. Kostendruck, der aber nicht auf Kosten der Qualität und der Mitarbeiter gehen soll, die bei Sanacorp traditionell ein großes Mitspracherecht haben. Noch einige Zahlen: Bundesweit werden täglich etwa 3.900 Tonnen an Medikamenten und Arzneimitteln ausgeliefert; im Schnitt 3,1 Lieferungen pro Kunde. Der Umsatz liegt bei 4,1 Milliarden Euro pro Jahr.