Auch Langrehr kämpft für das Kulturzentrum

Kaltenweides Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr kämpft für das kulturelle Zentrum im Dorfgemeinschaftshaus. Foto: K.Raap

Neues Konzept der Stadt stößt bei den Vereinen auf strikte Ablehnung

Langenhagen (kr). Der jetzt von der Verwaltung vorgelegte "Vorschlag zur effizienten Nutzung der Gemeinschaftsräume in Kaltenweide" stößt bei den hier seit 20 Jahren etablierten Vereinen einstimmig auf strikte Ablehnung. Damit wäre das mit viel Liebe und vorbildlichem Arbeitseinsatz entstandene Kulturzentrum Kaltenweide im Dorfgemeinschaftshaus beerdigt, war der einhellig Tenor der betroffenen Vereine. In einem Gespräch mit deren Vorständen und Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr hatten Dezernentin Monika Gotzes-Karrasch und die für den Fachbereich "Jugend, Familie und Soziales" zuständige Heidi von der Ah, das neue angestrebte Nutzungskonzept für das Obergeschoss des Hauses vorgestellt Danach sollen hier unter anderem 50 Hortplätze entstehen, ein offener Mittagstisch für Kinder ohne Hortplatz, ein Elterncafé, eine Kinderküche und ein Ort für Lernhilfe. Die AWO, der Bürgerverein und der Kulturzirkel müssten ins Niet Huus umziehen. Im Zelleriehaus bliebe dann nur noch ein Raum übrig, den sich dann die Liedertafel und das Musikkorps teilen müssten. Das würde bedeuten, da sind sich alle Betroffenen einig, dass aus zwei individuell genutzten und gestaltenen Vereinszimmern nicht viel mehr als ein gemeinsamer Abstellraum entstünde.
Das neue Konzept der Stadt resultiert aus den Vorgaben einer verwaltungsinteren Arbeitsgruppe, in der auch Vertreter der Ratsfraktionen sitzen. "In diesem Gremium geht es darum, in Zeiten äußerst knapper Kassen, nach Möglichkeiten zu suchen, laufende Ausgaben zu minimieren", betonte die Dezernentin in einem Gespräch mit dem Langenhagener ECHO, "dabei nehmen wir alle Positionen sorgfältig unter die Lupe." Das geschehe zunächst einmal wertfrei und emotionslos. Man dürfe dabei aber den permanenten Kostendruck nicht aus den Augen lassen. "Wir wollen den Vereinen keineswegs irgendetwas ersatzlos streichen", so die Dezernentin, "erwarten aber auch Verständnis und Entgegenkommen." Monika Gotzes-Karrasch räumte allerdings ein, dass die Vereine stark positioniert seien und es keinerlei Übereinstimmungen mit den Vorstellungen der Stadt gegeben habe. "Wir haben alle Argumente der Zelleriehaus-Nutzer aufgenommen", betonte die Stadträtin, " und werden sie in der Arbeitsgruppe erneut diskutieren und dann das Problem wohl an die Politik zurückgeben." Die Befürchtungen der Vereine würden von ihr durchaus ernst genommen. Entschieden sei somit überhaupt noch nichts.
"Wir wollen das Zelleriehaus Kaltenweide in seiner Funktion als Kulturzentrum der Ortschaft auf jeden Fall erhalten", kündigte Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr gegenüber dem Langenhagenener ECHO an, "ich bin mir sicher, dass auch der Ortsrat dafür geschlossen einsteht." Langrehr erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Vereine vor 20 Jahren mit enormen Aufwand aus einem Rohbau ein ebenso gemütliches wie hervorragend funktionierenedes Domizil gemacht hätten: "In über 2300 Arbeitsstunden entstanden eine Küche und Toiletten, vor allem aber liebevoll gestaltete Vereinszimmer mit maßgeschneiderten Schränken. Die Räumlichkeiten müssen vereinsbezogen bleiben, die jederzeit für Aktiviäten unterschiedlichster Art zur Verfügung stehen." Das bisher Geschaffene dürfe man den Vereinen nun nicht einfach wieder wegnehmen." Der Stadtverwaltung gehe es darum, so Langrehr, die 33.000 Euro Jahresmiete für den provisorischen Bau neben dem Dorfgemeinschaftshaus einzusparen, der zur Zeit den Hort beherbergt. Dabei seien die in dem "Container" arbeitenden Betreuerinnen, vor allem aber auch die Kinder und deren Eltern mit dem bestehenden Zustand durchaus einverstanden. Eine Lösung könnte es sein, gebrauchte Container zu kaufen, die durchaus preiswert zu erstehen seien. Bereits in zwei, drei Jahren hätte sich das Objekt gerechnet.