Auf Entdeckertour im Stadtpark

Interessante Parkansichten gab es beim Kunst- und Kulturspaziergang zu entdecken.

Kunst- und Kulturspaziergang bot viele Anregungen

Langenhagen. Gemeinsam hatten der Kunstverein und die Kulturstiftung zu einem Spaziergang eingeladen, der mit der Vorstellung von GLIEM-Tafeln rund um die Elisabeth-Kirche durch Christa Röder und Gabi Spier von der Arbeitsgemeinschaft GLIEM (Ganz Langenhagen ist ein Museum) erläutert wurden. Informationen gab es dabei beispielsweise zur Geschichte des Kirchturms, zum Taufstein der Elisabethkirche besprochen, zur Villa Heddenhausen (ehemaliges Rathaus von 1919 bis 1938) und weiteres.
Danach führte Ursula Schöndeling, Kunstverein, die Gruppe zu einer Reihe von Kunstwerken des Skulpturenparkes im Stadtpark, der unter der Aegide des damaligen Kulturbeauftragten der Stadt Langenhagen Christoph Rust in den 80er Jahren entstand. Nicht nur Objekte im Stadtpark gehören dazu, sondern auch weitere an seinen Rändern, den umliegenden Straßen. Es handelt sich jeweils um Auftragsarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich nicht nur in der Art der verwendeten Materialien, sondern auch in ihren künstlerischen Ansätzen stark voneinander unterscheiden. Im Laufe der Zeit veränderten Verwitterung, aber auch Eingriffe in die Landschaftsgestaltung und Wüchsigkeit der Pflanzen die Kunstwerke und ihre Ansichten. Der Spaziergang unter alten historischen Baumbestand wurde so zu einer Entdeckertour und führte entlang einer West-Ost-Achse durch den Park. Beginnend mit der fein bearbeiteten Marmorskulptur Einkehr von Dietlind Petzold, über die raumgreifende, mehrteilige Skulptur Menschwerdung aus grob behauenen Steinquadern von Werner Ratering und das Ensemble von eher beiläufigen kleinformatigen Kunstwerken aus Beton und Metall mit dem Titel Einpassung, unter anderem von Sybille Berg, führte der Weg zum Ende der Achse mit Wolf Gloßners Skulptur „Haus für Sonne und Mond“, die spannungsreich wie elegant Edelstahl und offenes rostiges Metall miteinander verbindet. Weiter ging es zu der Skulptur Foundation (Fundament/Stiftung) aus offenem und lackierten Metall, Edelstahl und Holz von Markus Jung, die einem ausfahrbaren Hochsitz ähnelt. Und: Im Stadtpark schwimmen die Fische nicht nur im Wasser. „Schwimmende Fische“ von Bong-Kil Kim - Fische aus Gusseisen durchstoßen die Grasnarbe in der Nähe des Teichs. Beim Betrachten der unterschiedlichen Werke zeigen sich auch Spuren der Alterung durch Verwitterung. Deutlich wurde das Ausmaß der Veränderung erst im Vergleich zu historischen Abbildungen. "Die Frage, ob Veränderungen gewollt und gewünscht sind und ob demnach Spuren der Verwitterung beseitigt werden sollten oder nicht, wurde immer wieder lebhaft diskutiert", berichtet Gabriele Spier abschließend zum Spaziergang und ergänzt, "Anlass genug, um den nächsten Spaziergang zu Kunst und Kultur ins Auge zu fassen, der Ende September stattfinden soll.