Auf Kosten der Sportlerinnen

Gerührt nahm Hans-Joachim Ferle (Mitte) den Pokal von Oliver Kussauer und Sportring-Präsidentin Michaela Henjes entgegen.Foto: D. Lange
 
Friedhelm Fischer zeichnete Heike Bussmann (links) von der BSG Langenhagen als Sportlerin des Jahres aus.Foto: D. Lange

Viele gute Leistungen, aber fader Beigeschmack bei Sportlerehrung

Langenhagen (dl). Der Andrang zur Sportlerehrung überstieg alle Erwartungen und damit allerdings auch das Fassungsvermögen des Ratssaales, sodass ein Teil der Gäste die Veranstaltung durch die geöffnete Tür vom Vorraum aus verfolgen musste. Mit einer Gedenkminute zu Ehren des im vergangenen Jahr verstorbenen August Beck, Gründer der Behindertensportgemeinschaft und Stifter des Wanderpokals für die Sportabzeichen in den Grundschulen, eröffnete Bürgermeister Friedhelm Fischer die Ehrung der erfolgreichen Sportler des vergangenen Jahres. In seiner Eröffnungsrede wies Fischer einmal mehr auf die wichtigen gesellschaftlichen Leistungen der Vereine sowie auf die Bedeutung des Sports im allgemeinen hin, „der die Menschen vor einer sinnentleerten Beschäftigung bewahrt“. Offenbar nicht immer. Wie anders ist es dann zu erklären, dass die Synchronschwimmerinnen nicht zur Sportlerehrung eingeladen werden konnten, denn sie wurden von ihrem damaligen Verein, dem SCL, in dem sie ihre sportlichen Erfolge erzielten, nicht für die Ehrung nominiert. Der Grund dafür ist der Wechsel der Schwimmerinnen zusammen mit ihrer Trainerin Erika Döhner vom SC Langenhagen zum Schwimmverein Langenhagen. Dieser Wechsel war aber gleichzeitig auch Teil einer regelrechten Austrittswelle der Aktiven weg von der Schwimmabteilung des SCL hin zum SVL. Dieser Exodus der Sportler und die Reaktion darauf seitens des SCL wirkt bis heute nach und ist wohl auch noch nicht abgeschlossen. Nach den Sportförderrichtlinien der Stadt werden aber nur die Sportlerinnen und Sportler von den Langenhagener Vereinen, für die sie im Wettkampf gestartet sind und bestimmte Erfolge erzielt haben, über den Sportring für die Sportlerehrung vorgeschlagen. Dies ist im Falle der Synchronschwimmerinnen jedoch nicht geschehen. Über die Gründe dafür darf spekuliert werden. Sicher ist nur, dass die Auseinandersetzungen auf Kosten der Sportlerinnen ausgetragen wird, denen dadurch die Anerkennung ihrer Leistungen vorenthalten wird. Schon aus Gründen der Fairness hätte man sicher mit etwas Goodwill diese Situation im Sinne der Schwimmerinnen entspannen können.
Gekürt wurden Einzelsportler und Mannschaften sowie die Sportler des Jahres. Der von August Beck gestiftete Wanderpokal für Sportabzeichen in den Grundschulen ging wie jedes Jahr auch diesmal wieder an die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Ebert-Schule. Sportlerin des Jahres wurde Heike Bussmann von der BSG Langenhagen. Heike Bussmann ist blind, aber dennoch belegte sie bei der Deutschen Meisterschaft im Kegeln erste, zweite und dritte Plätze in ihrer Disziplin. Darüber hinaus wurde sie aufgrund ihrer Erfolge auch als Einzelsportlerin ausgezeichnet. So wie auch Jens Bokeloh vom RC Blau Gelb. Er wurde zum Sportler des Jahres gewählt für seine Erfolge bei der Deutschen Straßenmeisterschaft sowie den Landesmeisterschaften Bahn und Straße. Eine Verletzung hinderte ihn allerdings daran, seine Auszeichnungen persönlich entgegen zu nehmen. Die Petanquespielerinnen- und spieler vom TSV Krähenwinkel/Kaltenweide erhielten als Mannschaft des Jahres den vom Sportring Langenhagen gestifteten Wanderpokal, überreicht von Michaela Henjes, der Sportring-Vorsitzenden. Für seine ehrenamtliche Arbeit für den Sport wurde, für ihn völlig überraschend, Hans-Joachim Ferle vom TSV KK ausgezeichnet.
Den Wanderpokal und seine Urkunde bekam er von seinem Vereinsvorsitzenden Oliver Kussauer, der es bis zuletzt fertig brachte, die Auszeichnung geheim zu halten, sodass Ferle schon etwas feuchte Augen bekam. Auch die Geher der DJK Sparta, die Kegel- und Bosselmannschaften der BSG Langenhagen und der mittlerweile 82-jährige Karlheinz Teufert erzielten auch im vergangenen Jahr wieder etliche sportliche Erfolge und wurden dafür bei der Sportlerehrung ausgezeichnet.