Auf zu neuen Ufern

Die Zehntklässler der Pestalozzi-Schule haben es jetzt geschafft. (Foto: D. Lange)

Verabschiedung der zehnten Klasse der Pestalozzi-Schule

Langenhagen (dl). Für sie wird es ein Neuanfang sein. Einige der Schulabgänger haben den Ausbildungsplatz ergattern können, den sie sich gewünscht und erhofft haben, andere wiederum werden an weiterführende Schulen wechseln. Die Leiterin der Pestalozzi-Schule, Ursula Borkowski bescheinigt den Schulabgängern: „Ihr habt es geschafft. Dabei habt ihr nicht nur sehr viel Neues gelernt, Ihr habt Euch verändert und seid ein Stück erwachsener geworden. Vergesst also nicht, was Ihr schon alles im Gepäck habt.“ Für die Schule selbst ist es auch wie ein Neuanfang, wenn auch einer auf Zeit. Sie wird in die Container an der Leibnizstraße umziehen und macht damit die bisher von ihr genutzten Räume frei für die Gutzmann-Schule, die ihre Außenstelle in Godshorn aufgibt und deren Schüler künftig ebenfalls in der Konrad-Adenauer-Straße unterrichtet. Für die Pestalozzi-Schule allerdings wird mit dem Umzug auch gleichzeitig deren Ende eingeläutet. Als erstes wird es im Sommer keine neue fünfte Klasse mehr geben. Nachdem die verbleibenden Schüler 2021 in der Leibnizstraße ihren Abschluss gemacht haben, wird auf einen Beschluss des Rates hin die Pestalozzi-Schule in Langenhagen als Förderschule Lernen aufgehört haben zu existieren. Dabei hätte die jüngste Novellierung des Niedersächsischen Schulgesetzes eine Fortführung der Förderschulen durchaus zugelassen, mit dem Ziel, bis 2028 den Schulträgern der Regelschulen mehr Zeit zu geben für eine Form der Inklusion, die diesen Namen auch verdient. Borkowski schätzt ohnehin, dass es wohl noch gut zehn bis 15 Jahre dauern könnte, bis die Regelschulen soweit und in der Lage sind, kleine Klassen, besonders ausgebildete Lehrkräfte und eine individuelle Förderung durch Bezugspersonen anzubieten, die auf die speziellen Bedürfnisse ihrer Schüler eingehen und eine annähernd gleiche Betreuung für Schüler mit einem sonderpädagogischem Förderbedarf gewährleisten können wie bisher die Förderschulen. Sie fordert deshalb von der Politik, die Regelschulen auf ihrem Weg zur Inklusion bestmöglich zu unterstützen, wie beispielsweise die Ausbildung der Sonderpädagogen zu forcieren, sie entsprechend anzupassen und deren Anteil an den Unterrichtsstunden in den Klassen deutlich zu erhöhen. Für die Schulleiterin sei der Umzug in die Container im Vergleich noch die Beste aller schlechten Lösungen, weil die Schüler wie bisher zur Gutzmann-Schule pendeln können, die für viele gemeinsame Projekte als Kooperationspartner der Pestalozzi-Schule bestehen bleibt. Einer der wichtigsten Schwerpunkte in der Arbeit der Förderschule Lernen aber war und ist deren Berufs-und Praxisorientierung. Die Schulleiterin ist überzeugt: „Viele Schüler kriegen wir nicht über Mathe, Deutsch oder Englisch, sondern über die Praxis. Sei es im technischen wie auch im sozialen Bereich.“ Was in diesem Zusammenhang aber nach 2021 aus den bisher sehr erfolgreichen Do it-Projekten wird, bleibt offen.