Aufklärungsquote ist deutlich angestiegen

Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 für Langenhagen

Langenhagen (dl). Auch wenn Langenhagen ganz sicher keine Insel der Glückseligkeit hinsichtlich der allgemeinen Kriminalität darstellt - das wäre wohl zu viel verlangt - aber aufgrund der Erkenntnisse, die die aktuelle polizeiliche Kriminalitätsstatistik liefert, ist die Stadt Langenhagen dennoch ein sicheres Pflaster. Klar ist aber auch, dass die von einem Wohnungseinbruch oder anderen Delikten betroffenen Menschen die Dinge naturgemäß etwas anders beurteilen. Insgesamt gesehen hat sich gegenüber 2014 die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr wieder leicht erhöht, wenngleich die Zahlen im Fünf-Jahres-Vergleich seit 2011 niedriger sind als damals. Von 4.461 in 2011 über 4051 in 2014 zu 4.243 Straftaten im Jahr 2015. Gerade im Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl weist die Bilanz 160 Fälle aus für 2015, wobei sich das Verhältnis von vollendeten Taten zu Einbruchsversuchen in etwa die Waage hält. 88 vollendet und 77 Versuche. Deutlich angestiegen ist dagegen die Aufklärungsquote bei diesen Delikten von sieben Prozent in 2014 auf 28 Prozent in 2015. Sowohl die Kraftfahrzeug- als auch die Wohnungseinbruchdiebstähle werden nicht in Langenhagen, sondern zentral von der Polizeidirektion in Burgdorf bearbeitet. Bei der Zahl der gestohlenen Kraftfahrzeuge quer durch alle Marken zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine Anstieg von 48 auf 66 Fälle. Eine andererseits erfreuliche Zunahme hingegen verzeichnet die Statistik im Vergleich der letzten fünf Jahre bei der Aufklärung aller Delikte. Die Quote stieg von 47,6 Prozent im Jahr 2011 auf 55,4 Prozent in 2015. Im Bereich der Körperverletzung, dazu gehören auch Fälle von häuslicher Gewalt und Beziehungskriminalität, ist ein zwar ein gleichbleibend hohes Niveau, dennoch aber ein leichter Rückgang der Fallzahlen zu erkennen. Dem gegenüber steht eine hohe Aufklärungsrate von knapp 92 Prozent. Bei den Raub- und Diebstahlsdelikten sind es häufig ganze Serien, die auf der einen wie auf der anderen Seite die Bilanzen stark beeinflussen können. Häufige Fälle von Handtaschenraub wie im Jahr 2012 sowie eine ganze Serie von Fahrrad- und Radkappendiebstählen im Jahr 2014 mit 280 Fällen gehören ebenfalls in diese Kategorie. Ein verstärkter Einsatz der Ressourcen und mitunter auch das Vorhandensein einer verwendungsfähigen DNA-Probe führen letztendlich zum Erfolg bei der Aufklärung solcher Serien. Dabei hat sich gezeigt, das die große Zahl der Fahrraddiebstähle weder gewerblich im großen Stil ablaufen muss noch sich allein auf teure Markenräder beschränkt, sondern oftmals ganz banale Gründe haben kann. Als da wären Streiks im öffentlichen Dienst oder Großveranstaltungen, die manche Zeitgenossen dazu verleitet, zuzugreifen, wenn gerade mal Not am Mann ist. Erfreulicherweise existieren in Langenhagen weder eine rechtsradikale- oder eine Drogenszene und auch keine ausgewiesenen sozialen Brennpunkte. Rechtsextreme und rassistisch motivierte Straftaten sind dem Polizeikommissariat Langenhagen nicht bekannt. Diese werden wie Tötungsdelikte zwar vom Zentralen Kriminaldienst in Hannover zu einer großen Gruppe der Staatsschutzdelikte zusammengefasst und bearbeitet, mit dem die Polizei in Langenhagen aber in enger Verbindung steht. Weder wurde in Langenhagen bisher ein Geldautomat gesprengt, noch erfolgten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte noch haben sich sogenannte Bürgerwehren in der Stadt gebildet. „Mit diesen Herrschaften würden wir ganz sicher auch sehr schnell das Gespräch suchen“, betont der Leiter des Langenhagener Polizeikommissariats, Andreas Alder. In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Flüchtling“ in der Statistik nicht gesondert definiert. Vielmehr wird unterschieden nach nichtdeutscher Staatsangehörigkeit mit dem Status Asylbewerber, Duldung, Kontingent- oder Bürgerkriegsflüchtling sowie unerlaubtem Aufenthalt. Hierzu werden 88 aufgeklärte Fälle im Jahr 2015 gemeldet ohne Straftaten gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz. Diese Kategorie wird gesondert erfasst und weist insgesamt 50 aufgeklärte Straftaten auf.