Aufstand der Unzufriedenen?

Versammlung der SCL-Eissportabteilung

Langenhagen (dl). Die üblichen Regularien der Jahreshauptversammlung waren relativ schnell abgearbeitet. Kassenbericht, Bericht des Vorstands - beides in freier Rede und ohne Manuskript, daher auch nur für Eingeweihte verständlich – sowie die abschließende Entlastung des Vorstands hatte das Gremium alsbald erledigt. Der Rückblick auf die sportlichen Ergebnisse der vergangenen Saison machte neben vielen positiven Aspekten aber auch deutlich, dass insbesondere im Bereich der Nachwuchsförderung, quer durch die Sparten, noch einiges an Nachholbedarf besteht. Die Wahl der Abteilungsleiter Eissport und dessen Stellvertreter ging ebenso reibungslos über die Bühne. Die im Vorfeld diskutierte mögliche Übernahme des Vorsitzes durch Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Eishalle und Sportdirektor des Kooperationspartners Hannover Scorpions, stand letztlich nicht mehr zur Debatte, sodass die Wiederwahl von Lenny Soccio als Leiter der Abteilung Eissport seitens der Delegierten einstimmig ausfiel. Gleiches gilt für seine beiden Stellvertreter: Myriam Gensicke für den Bereich Eissport und Jörg Wedde für den Bereich Sledge Eishockey. So richtig interessant wurde es dann zum Schluss bei dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes.
Hier entspann sich bald eine lebhafte und emotional geführte Debatte unter den Mitgliedern über die künftige Ausrichtung der Eishockeysparte. Dem vorausgegangen war ein leidenschaftliches Plädoyer von Marco Stichnoth für den Eishockeysport in Langenhagen und dem dafür notwendigen Engagement der Vereine. Seitdem die Eishalle wieder eine zukunftsfähige Perspektive habe, sei es jetzt an den Vereinen und Mitgliedern, diese Zukunft zu gestalten. Neue Konzepte zur Mitgliederwerbung und der damit zusammenhängenden Verbesserung der Einnahmen ohne Beitragserhöhung müssten her. „Die Eishalle hat in den letzten Jahren sehr unter ihrem schlechten Ruf gelitten aufgrund der unklaren finanziellen Situation und mangelnder Zukunftsaussichten. Jetzt müssen wir eine Atmosphäre schaffen, die es den Mitgliedern ermöglicht, sich wieder mit ihrem Verein zu identifizieren. Wir brauchen jeden Einzelnen, besonders die eishockeyverückten Eltern im Jugendbereich“, sagte Stichnoth. Die Debatte unter den anwesenden Mitgliedern zu den Problemen innerhalb der Eishockeysparte des SCL drehte sich im wesentlichen um die Themen Mitgliederwerbung, Jugendarbeit und Pressearbeit. Sie bemängelten darüber hinaus die ungleiche Verteilung der anstehenden Arbeiten innerhalb des Vereins. Die Hauptlast liege nach Meinung der anwesenden Mitglieder auf den Schultern einiger Weniger, die sich einsetzen und engagieren. „Wir streiten uns darüber heute Abend eigentlich mit den falschen Leuten“, stellte Soccio fest. „Wir müssen uns überlegen, wie wir diejenigen, die heute nicht hier sind, wieder ins Boot holen und zur Mitarbeit motivieren können.“